Lokales

„Alle können kommen“

Freitag, 4. Juni 2021 - 09:01 Uhr

von Claudia Hieby

Foto: SYSTEM

„Ich möchte den menschen Mut machen zu kommen“, sagt Birgit Menslage-Blum (l.) von der Diakonie. Foto: hie

Borken (hie). „Ich bin so froh, dass ich wieder hier einkaufen darf!“ Zarina T. aus Borken ist alleinerziehende Mutter und auf die Lebensmittelkisten der Tafel angewiesen. Einige Jahre durfte sie wegen der Einkommensgrenze nicht bei der Tafel einkaufen - doch jetzt ist das wieder möglich.

Der Vorstand vom Förderkreis der Borkener Tafel hat beschlossen, dass alle, die öffentliche Gelder bekommen – zum Beispiel Sozialhilfe, Wohngeld oder Kinderzuschläge – bei der Tafel in Borken einkaufen dürfen. „Früher gab es bei jedem eine aufwändige Einkommensprüfung“, erklärt Birgit Menslage-Blum von der Diakonie. „Jetzt ist es viel einfacher einen Tafelausweis zu bekommen.“

Zarina T. jedenfalls ist glücklich wieder zur Tafel zu kommen. Einmal pro Woche darf sie sich für wenig Geld zwei große, fertig gepackte Kisten mit frischem Obst, Gemüse, Molkereiprodukten und haltbaren Lebensmitteln abholen. Auch Windeln sind dabei, und die kann die junge Frau gut gebrauchen: Kind Nummer fünf wird in wenigen Wochen das Licht der Welt erblicken.

Die Organisatoren der Tafel haben festgestellt, dass in der Corona-Zeit deutlich weniger Kunden gekommen sind als sonst. „Der Bedarf müsste eigentlich immer noch da sein“, meint Birgit Menslage-Blum, „vielleicht ist er sogar größer geworden.“ Eine echte Erklärung, warum die Menschen trotzdem nicht kommen, hat sie nicht. Sie hofft, dass in Zukunft möglichst viele das Hilfsangebot annehmen und rechnet vor, dass der Einkauf bei der Tafel eine vierköpfige Familie um bis zu 250 Euro im Monat entlasten kann.

Die Vorratskammern der Tafel sind auf jeden Fall gut gefüllt. Um für die Kunden eine bessere Atmosphäre zu schaffen wurden auch die Verkaufszeiten verlängert. Die Lebensmittel werden jeden Mittwoch und Freitag von 13 bis 14.30 Uhr ausgegeben. Wer bei der Tafel einkaufen möchte, benötigt einen Tafelausweis. Den gibt es immer dienstags bei Birgit Menslage-Blum, Diakonie Borken, unter 02861/903554. Sie ergänzt: „Auch Menschen, die keine öffentlichen Gelder bekommen und wenig Geld zur Verfügung haben können unter Einhaltung der Einkommensgrenzen zur Tafel kommen.“ Da reiche ein Termin und eine Prüfung.