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Atemaussetzer in der Nacht

Freitag, 3. Januar 2020 - 09:00 Uhr

von Marie-Therese Gewert

Foto: SYSTEM

Unruhiger Schlaf in der Nacht: Betroffene Schlafapnoe-Patienten finden nachts ohne Hilfe keine Erholung.Foto: Unsplash

Borken (mtg). Jahrelang war er tagsüber müde, schlief auf der Couch ein, sobald er zur Ruhe kam. Rudolf Maier (*Name von der Redaktion geändert) aus Borken konnte nicht richtig durchschlafen, schreckte immer wieder aus dem Schlaf hoch. Schnarchte viel.

Nach Jahren, in denen er sich an den Zustand gewöhnt hatte, merkte seine Lebensgefährtin, dass die Atemaussetzer stärker wurden. Er ging zum Hausarzt, der ihn in ein Schlaflabor überwies.

Dort kam heraus: Seine Atemaussetzer dauern zum Teil bis zu 60 Sekunden. Rudolf zuckte viel, war unruhig, kam gar nicht erst in die wertvolle Tiefschlafphase. Ein kritischer Zustand, bei dem Handlungsbedarf vorliegt. Die Diagnose lautete: Schlafapnoe. Rudolf bekam gleich in der zweiten Nacht eine Schlafmaske – die Geräte überwachten seinen Schlaf erneut. Das Ergebnis: Er schlief ruhiger, zuckte kaum noch und war am nächsten Tag wach und fit. Diese Erfahrung machen auch andere Betroffene. Dennoch ist die Situation für sie belastend.

Aktuellen Schätzungen zufolge leiden bis zu 33 Prozent der Menschen in Deutschland an den nächtlichen Atemaussetzern, das sind rund 14,4 Mio. Männer und Frauen. Männer sind etwa doppelt so häufig betroffen wie Frauen.

Warnzeichen sind unter anderem Schnarchen und Abgeschlagenheit, aber auch Brustschmerzen. Schlafapnoe bleibt häufig lange unentdeckt.

Die Patienten selbst merken meist nur, dass sie schlecht schlafen oder sich morgens abgeschlagen und müde fühlen. Deren Partner schildern gelegentlich, dass der Betroffene schnarcht. Oder sie bemerken, dass der Atem kurz aussetzt. Der Atempause folgt ein tiefer Atemzug mit einem heftigen Schnarchen –

dabei wachen die Betroffenen in der Regel kurz auf, ohne sich am nächsten Morgen daran zu erinnern. „Bei schweren Formen der Schlafapnoe wachen die Betroffenen mehr als 300-mal pro Nacht auf“, betont Herzstiftungs-Experte und Schlafmediziner Prof. Dr. med. Michael Arzt. Er ist Leiter des Universitären Schlafmedizinischen Zentrums der Klinik für Innere Medizin am Universitätsklinikum Regensburg. „Die Behandlungsbedürftigkeit hängt von der Schwere der Schlafapnoe, weiteren vorliegenden Erkrankungen wie schwer einstellbarer Bluthochdruck oder Vorhofflimmern und der Symptomatik der Patienten ab“, erklärt er. „Deshalb sollte bei Patienten mit Bluthochdruck, Herzschwäche und Vorhofflimmern immer auch an das Vorliegen einer

schlafbezogenen Atemstörung gedacht werden. Menschen mit Herz-Kreislauf-

Erkrankungen sollten Schlafstörungen daher unbedingt abklären lassen“, empfiehlt Prof. Arzt. Rudolf Meier hat sich Hilfe geholt und nutzt die Schlafmaske. Seither ist tagsüber wach im Geiste und körperlich fit – und auch sein Blutdruck ist besser geworden.

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Patienten fühlen sich tagsüber abgeschlagen. Foto: Unsplash


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