Lokales

Beteiligung ist gefragt

Freitag, 10. Juli 2020 - 09:30 Uhr

von Marie-Therese Gewert

Sind optimistisch: Die Initiatoren der Bürgergenossenschaft Erle eG. Foto: mtg

Erle (mtg). In Erle gibt es ein Ziel ohne Plan B: Ein Dorfgemeinschaftshaus für ihren Ort. Kostenpunkt: 2 Millionen Euro. Das Geld soll mithilfe der Bewohner und Bürger zusammenkommen. Genauer: Mit der Bürgergenossenschaft Erle eG.

Geplant ist das Projekt auf dem Gelände rund um den Dorfkern. Damit das entstehen kann, hat Johannes Böckenhoff sein Grundstück an die Gemeinde Raesfeld/Erle verkauft. Hier soll ein neuer Treffpunkt für das Dorf aufblühen. Ein Ort, der belebt ist und Menschen zusammenbringt.

Neben dem Dorfgemeinschaftshaus ist laut Konzept ein neuer Dorfplatz, ein Mehrfamilienhaus sowie ein verkehrsberuhigter Bereich der Schermbecker Straße im Dorfkern von Erle vorgesehen. Außerdem sieht das Entwicklungskonzept einen weiteren Parkplatz hinter der Volksbank vor.

Ganz nach dem Motto „Wir in Erle – Unser Dorf hat Zukunft“ können sich alle Interessierten an dem Projekt in der Bürgergenossenschaft beteiligten. Wer mitmachen und Gründer werden möchte, hat jetzt die Chance: Mindestens 300 Euro kostet ein Anteil, jeder Beteiligte hat in der Genossenschaft ein Stimmrecht. Es gibt bereits auch große Summen, die von unbekannten Bürgern eingebracht wurden. Den Beteiligten ist bewusst, dass sie sich mit diesem Zeitplan von drei Monaten einer großen Herausforderung stellen müssen. Bis Herbst 2022 soll das Vorhaben realisiert sein.

Darüber hinaus ist die Umgestaltung des Femeichen-Geländes, Altengerechtes Wohnen am Kirchplatz und ein Bed & Breakfast Hotel im ehemaligen Wohnhaus der Brennerei Böckenhoff geplant. Hintergrund der ganzen Aktion ist auch der, dass Arno Brömmel sich aus seiner Gaststätte hinausziehen möchte. Viele Menschen treffen sich hier regelmäßig zum Stammtisch und anderen Anlässen. Im Sommer war der Biergarten immer mit Leben gefüllt. Doch das Gebäude ist alt und eine Sanierung würde noch mehr kosten, als ein Neubau.

Daher werden die Bürger in Erle aktiv. Denn: Was einer alleine nicht schafft, das schaffen viele. Für die Menschen. Für die eigene Heimat und die Infrastruktur vor Ort. Im Herbst sollen die Bagger anrücken. Daher muss das Geld recht schnell zusammenkommen. Stichtag ist am Montag, der 31. August. Bis dahin kann sich jeder als Gründer und Genossenschaftsmitglied eintragen. „Es gibt keinen Plan B, aber wer möchte letztendlich, dass Erle ein Schlafdorf wird?“, betonte Bürgermeister Andreas Grotendorst. Weitere Infos unter https://wir-in-erle.de/

Foto: Gewert Marie-Therese

Dorfentwicklungskonzept für Erle.