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„Das Wetter hat mir mehr Sorgen bereitet"

Freitag, 12. Februar 2021 - 09:30 Uhr

von Karin Printing

Foto: Karin Printing

Eine der ersten Impflinge: Alwine Hagemann (93) aus Reken. Fotos: Printing

Kreis Borken / Velen. Mit 93 Jahren hat Alwine Hagemann schon viel in ihrem Leben gesehen und mitgemacht. „Da kann mich nicht mehr viel schrecken“, schmunzelte sie auf die Frage, ob sie denn ein bisschen Bammel vor der Impfung hat. „Da hat mir die Fahrt von Reken bis hierher doch mehr Sorgen bereitet. Knapp eine Stunde bei der Witterung“, erklärte sie weiter und ergänzte: „Da wäre ich doch lieber zuhause geblieben.“ Ist sie aber nicht.

Begleitet von ihrer jüngsten Enkelin Anna stand sie am Montag als eine der ersten Impflinge aus der Altersgruppe der Über-80-Jährigen pünktlich zum Impfbeginn am Schalter des „Impfzentrum Kreis Borken“, das vom Kreis Borken und der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) organisiert wird. Und als wäre die Impfung nicht schon aufregend genug, wurde sie auch noch von Vertretern verschiedener Medien und Verantwortlichen für die Organisation der Impfungen wie Landrat Dr. Kai Zwicker, Kreisordnungsdezernentin Dr. Elisabeth Schwenzow, Dr. Amin Osman von der Kassenärztlichen Vereinigung, Andreas Brinkhues (Organisatorischer Leiter) sowie Jens Eisenack (Ärztlicher Leiter) und seinem Stellvertreter Dr. Guido Euting am Eingang in Empfang genommen. Großer Bahnhof sozusagen. Schließlich hatten diese sich genauso wie Hagemann auf diesen ersten Impftag gefreut: „Ich hoffe, dass der Druck damit jetzt weggeht“, sagte die Rentnerin zu den Anwesenden. Schnell noch ein Bild mit allen Anwesenden für die Zeitung und für das Fernsehen, und dann ging es für die Rekenerin eigentlich ganz unspektakulär weiter. Gestützt von Enkelin Anna führte der Weg zunächst zur Anmeldung. Nach der Erledigung der Formalien, ab zum Aufklärungsgespräch mit dem Arzt und dann zur Impfung. Unter Aufsicht gut 15 Minuten warten, wie der Körper reagiert. Nach gut 35 Minuten samt Pressetermin war es geschafft. Alwine Hagemann hat ihre erste Impfung gegen Covid-19 bekommen. Alles nicht der Rede wert, ihr salopper Kommentar zum „Pieks“. „Ich bin ja noch von der alten Generation.“

Gut eine Stunde nach Öffnung des Zentrums zeigte sich auch Landrat Dr. Kai Zwicker zufrieden: „Es läuft alles sehr gut – trotz der Witterungsverhältnisse. Bin gespannt auf das Fazit am Abend!“

Und das fiel gut aus. Rund 192 Senioren konnten am ersten Tag ihren Impftermin wahrnehmen. Lediglich 49 Männer und Frauen machten sich witterungsbedingt nicht auf den Weg ins Impfzentrum. Sie durften den Termin aber im Verlauf dieser Woche nachholen. Ganz unproblematisch.

Insgesamt standen in der ersten Woche die Impfungen für knapp 1500 Über-80- Jährige und rund 400 Mitarbeiter des Rettungsdienstes an.

Geimpft wird zurzeit an sieben Tagen die Woche von 14 bis 20 Uhr. Bis Ende Februar sollen so täglich 220 Personen geimpft werden. Durch einen Zweischichtbetrieb soll diese Zahl dann verdoppelt werden, wobei die Impfung der unterschiedlichen Hersteller auch in separaten „Impfstraßen“ passiert.

Neben dem Impfstoff Vakzin von Biontech stünde seit dieser Woche auch der Impfstoff des Unternehmens Astrazeneca zur Verfügung, erklärte der Kreis Borken. Rund 1540 Dosen werden davon zunächst an Menschen aus dem Rettungsdienst und der mobilen Pflege verimpft.

Laut Mitteilung des Kreises Borken ist man so voller Zuversicht, dass bis Ende April den Über-80-Jährigen die beiden nötigen Termine zur Verfügung gestellt werden können.

Mehr Informationen rund um den Ablauf im Impfzentrum, die Parkplatzsituation vor Ort, andere Hin- und Rückfahrmöglichkeiten und was man alles mitbringen muss, gibt es unter anderem unter https://kreis-borken.de/impfzentrum.

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Warten auf den lang ersehnten Pieks.

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Seit Montag endlich geöffnet: Das Impfzentrum des Kreis Borken unweit der B525 zwischen Gescher und Velen.

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Der Impfstoff von Biontech.

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Am ersten Tag wurden 192 Personen geimpft.

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