Verbrauchertipps

Der Trend zum Tier hält an

Freitag, 19. Juni 2020 - 08:00 Uhr

von Claudia Hieby

Foto: SYSTEM

Borken (hie). Die Liebe zu Heimtieren hierzulande hält weiter an: Im vergangenen Jahr lebten 34 Millionen Hunde, Katzen, Kleinsäuger und Ziervögel in Haushalten in Deutschland. Hinzu kamen zahlreiche Zierfische und Terrarientiere. Insgesamt gab es in 45 Prozent aller Haushalte in Deutschland mindestens ein Heimtier.

Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Erhebung, die der Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) e.V. und der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e.V. (ZZF) beim Marktforschungsinstitut Skopos in Auftrag gegeben haben (haushaltsrepräsentative Umfrage, Basis 7.000 Befragte).

Die Katze ist weiterhin Deutschlands Heimtier Nummer eins: Insgesamt leben 14,7 Millionen Samtpfoten in 23 Prozent der Haushalte in Deutschland. Und auch Hunde haben die Schnauze vorn. Sie belegen nicht nur den zweiten Platz der Lieblingstiere, sondern haben auch einen großen Sprung nach vorne gemacht: So stieg die Anzahl im Jahr 2019 auf 10,1 Millionen Hunde in 20 Prozent der deutschen Haushalte; das sind 700.000 Hunde mehr als noch im Jahr 2018. An Position drei folgen 5,2 Millionen Kleintiere in fünf Prozent der Haushalte. Die Zahl der Ziervögel betrug 2019 4,0 Millionen in vier Prozent der Haushalte. Zudem gab es im selben Zeitraum 1,6 Millionen Aquarien sowie 1,2 Millionen Gartenteiche mit Zierfischen in jeweils drei Prozent der Haushalte in Deutschland.

Die Zahl der Terrarien stieg um 200.000: Im vergangenen Jahr wurden 1,2 Millionen Terrarien in zwei Prozent der Haushalte ermittelt.

Mit minimalen Veränderungen zum Vorjahr sind die Zahlen der Heimtiere in Deutschland 2019 somit gleich stark geblieben.

„Die hohe Zahl der Heimtiere in Deutschland zeigt einmal mehr, dass Hunde, Katzen und andere Heimtiere als Mitbewohner und Begleiter nach wie vor sehrvgeschätzt sind“, sagt Georg Müller, Vorsitzender des Industrieverbands Heimtierbedarf.

Beliebt sind Heimtiere besonders bei Familien mit Kindern: In 61 Prozent aller Familien lebte 2019 ein tierischer Mitbewohner. „Neben Hunden und Katzen bereichern vor allem Kleinsäuger wie Kaninchen, Meerschweinchen oder Hamster, aber auch Sittiche und Kleinpapageien sowie Terrarientiere das Leben zahlreicher Familien“, sagt Norbert Holthenrich, Präsi-dent des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands. „Ebenso ist ein Trend zu mehreren Heimtieren zu beobachten.Die Anzahl aller Haushalte, die mehr als eine Heimtierart besitzen, ist im Jahr 2019 auf 15 Prozent gestiegen (2018: 12 Prozent). Die Entwicklung zeigt, dass Heimtiere im Leben vieler Menschen weiterhin eine wichtige Rolle einnehmen“, so Holthenrich.

Nicht nur bei Familien, sondern auch in Singlehaushalten sind Tiere beliebte Mitbewohner. So haben 33 Prozent aller Singles ein Heimtier.

Dies zeigt, dass Haustiere als Sozialpartner, vor allem für Alleinlebende, weiterhin sehr wichtig sind. Einen Grund, warum die Zahl der Heimtiere in Deutschland seit vielen Jahren so hoch ist, sieht Holthenrich mitunter in der Rolle, die die Tiere für viele Menschen mittlerweile einnehmen. „Sie helfen, unser Bedürfnis nach sozialer Verbundenheit zu befriedigen. So belegen Studien, dass Haustiere Menschen glücklicher und ausgeglichener machen. Sie schaffen Ablenkung vom oftmals stressigen Alltag, spenden Trost und vermitteln Zuversicht.“

Die meisten Heimtiere leben in Mehrpersonenhaushalten. So ist der Anteil von Zweipersonenhaushalten sowie Haushalten mit drei Personen und mehr im Jahr 2019 auf jeweils 35 Prozent gestiegen (2018: 34 Prozent). Weiterhin werden 30 Prozent der Heimtiere in Einpersonenhaushalten gehalten (2018: 32 Prozent).

Viele Heimtierhalter befinden sich in ihrer Lebensmitte. Ein Wandel ist 2019 vor allem in den oberen und unteren Alterssegmenten zu beobachten. So nimmt die Zahl der bis zu 29-Jährigen zu. Mit 17 Prozent (2018: 15 Prozent) sind sie jetzt nicht mehr die kleinste Gruppe der Heimtierhalter. Der Anteil der über 60-jährigen Tierhalter ist dagegen leicht gesunken auf 24 Prozent (2018: 27 Prozent). 20 Prozent sind 40 bis 49 Jahre alt (2018: 19 Prozent), 22 Prozent 50 bis 59 Jahre (2018: 22 Prozent) und 16 Prozent sind 30 bis 39 Jahre (2018: 17 Prozent).