Lokales

Die Messer sind gewetzt

Donnerstag, 1. April 2021 - 09:00 Uhr

von Karin Printing

Foto: pd

Fernsehkoch Mike Süsser (Mitte) nach dem Drehtag im Burghotel mit Maria und Theo Pass (rechts) sowie links (vorn, v. l.) Agnes Enning und Nadine Hülscher vom Service und hinten (v. l.) den Köchen Gerd Blickmann und Stefan Niestegge. Foto: privat

Von Karin Printing

Oeding. Das Telefon klingelt in normalen Zeiten im Burghotel Pass in Oeding laufend – und das ist auch nichts Besonderes. Der Anruf von der TV-Produktionsfirma „Good Times“ und die Frage, ob Theodor `Theo` Pass, der Geschäftsführer und Wirt des Oedinger Hotels, in der Kabel eins Doku-Soap „Mein Lokal, Dein Lokal“ auftreten will, war aber schon eine Überraschung. Der 46-Jährige zögerte nur kurz. „Ich kannte die Sendung gar nicht“, gibt er zu. Bei seinem Friseur hätte er sich dann erstmals eine Sendung angeschaut und gedacht: Warum eigentlich nicht? Also fragte er sein Koch- und Serviceteam, ob sie „Bock hätten teilzunehmen“. Die Mitarbeiter gaben grünes Licht für das Wettkochen. Die Herausforderung reizte sie.

Doch mit der Zusage allein war es nicht getan, erinnert sich Theo Pass. Erst musste ein kurzes Bewerbungsvideo gedreht werden: Die Wirtschaft vorstellen, die Theke und den Gastraum zeigen und schließlich auch die Küche – immerhin sollte sie zum Schauplatz des Geschehens werden. Nach einigen Wochen kam dann die Bestätigung: Das Burghotel ist Teil der Sendewoche aus dem Münsterland, genauso wie das Restaurant Haus Mühlenbrock aus Schermbeck, das Restaurant „Villa am See“ aus Dülmen und der „Mussumer Krug“ aus Bocholt.

In der Sendung „Mein Lokal, Dein Lokal“ besuchen sich Gastronomen aus einer Stadt bzw. Region mit unterschiedlichen Restaurantkonzepten über eine Woche hinweg gegenseitig in ihren Lokalen und speisen à-la-carte. Im Anschluss vergeben sie Punkte für Qualität, Ambiente und Preisleistung an ihre Kollegen. Der Fernsehkoch Mike Süsser besucht zudem jeden der teilnehmenden Gastronomen persönlich, kommentiert anschließend als objektive Instanz das Geschehen und verteilt ebenfalls Punkte. Am Ende der Woche gewinnt dann das Lokal mit der höchsten Punktzahl den „Goldenen Teller“ und ein Preisgeld in Höhe von 3000 Euro.

Mit dem Dreh begaben sich die Gastronomen auf ungewohntes Terrain: Erst kurz vor Drehbeginn im Dezember letzten Jahres erfuhren sie, wo es am ersten Tag hingehen sollte. „Ich bekam einen Brief mit dem Hinweis, wer mein erster Mitstreiter ist und wann ich dort sein sollte. Vor Ort erfuhr man dann, wer noch dabei ist.“

„Das war alles sehr spannend. Aber auch anstrengend. Ich habe drei Kilo abgenommen“, erinnert sich Pass und erzählt weiter: „Gedreht wurde von morgens bis nachts. Teilweise bis drei Uhr. Was später im Fernsehen höchstens 30 Sekunden dauert, nimmt in Wirklichkeit eine halbe Stunde in Anspruch. Gedreht wird so lange, bis die Szene perfekt im Kasten ist. Die Folge: Vor- und Hauptspeise sowie das Dessert gab es über den Tag verteilt von 14 bis 22 Uhr. Durch die wiederholten Drehs war das Essen einfach kalt bis lauwarm.“

Bewertet wurde das Essen trotzdem. „Es war ein komisches Gefühl, die anderen zu bewerten. Man muss ja auch immer das Gesamtkonzept betrachten“, sagt Pass. Und trotzdem: „Im Vordergrund steht das Essen. Und wenn es schmeckt, schmeckt es halt.“

Dass in so einer Show nicht immer alles glatt läuft, erzählt der Oedinger auch. „An einem Tag mussten wir zwei Stunden pausieren. Das Ordnungsamt stand vor der Tür. Die haben sich gewundert, dass so viele Autos mit auswärtigen Nummernschildern vor dem Restaurant standen. In Corona-Zeiten nicht gern gesehen.“

Welches Lokal am Ende gewonnen hat? „Das darf ich natürlich nicht verraten. Da muss man schon die Sendungen schauen“, lacht er wissend.

Zu sehen sind die vier Folgen vom 6. bis 9. April ab 17.55 Uhr auf dem Sender Kabel eins.