Münsterland

Die Welt in Papier gefaltet

Donnerstag, 24. Dezember 2020 - 09:00 Uhr

von Claudia Hieby

Foto: SYSTEM

Barbara Walier an ihrem Lieblingsplatz beim kunstvollen Papierfalten.Fotos: rm

Maria Veen (rm). Krippen, Eichhörnchen, Hochzeitspaare, Sonnenblumen, Karussells, Torten, Sterne und natürlich Kraniche – das alles und noch viel mehr faltet Barbara Walier aus Papier. Origami, die Kunst des Papierfaltens, ist seit vielen Jahren ihre Leidenschaft. In Vitrinen, auf Regalen, an Zweigen und Fenstern stehen und hängen ihre filigranen Kreationen aus Papier. Auf dem Esszimmertisch hat sie ihr Werkzeug, farbige Papiere und Anleitungen ausgebreitet, in zahlreichen kleinen Boxen lagern, nach Themen sortiert, einige ihrer Origami-Werke als Vorlage, teilweise beschriftet mit Hinweisen auf die Faltanleitung. „Ich falte jeden Tag“, erzählt Barbara Walier begeistert. „Es ist die Wissbegier, die mich antreibt. Wenn ich ein interessantes Objekt entdecke, muss ich es ausprobieren.“ Meistens faltet sie dabei nach Anleitung, manchmal entwickelt die Origami-Enthusiastin auch eigene Kreationen. Das Falten empfinde sie als sehr entspannend, sogar meditativ.

Wie sie dazu gekommen ist? Ihr handwerkliches Geschick und ihre Bastelleidenschaft sei in ihrer Kindheit entstanden, sagt die heute 79-Jährige. In ihrem Elternhaus – ihre Eltern waren von Beruf Herbergseltern in verschiedenen Jugendherbergen – hätte gestalterische Kreativität immer eine große Rolle gespielt. Und natürlich auch in ihrem eigenen Beruf als Kindergärtnerin. Nach Phasen des Töpferns und der Patchwork-Arbeit sei sie nun bei der Origami-Kunst angekommen. „Und die Faszination des Papierfaltens lässt mich nicht mehr los“, erzählt Barbara Walier. „Man kann danach süchtig werden.“

Was man zum Falten braucht? Zwei geschickte Hände und ein wenig Übung reichen aus, um aus einem einfachen Blatt Papier etwas Kunstvolles zu falten. Dazu nutzt sie ein Falzbeil aus Holz, eine Pinzette und einen Cutter. Ihr Material ist edles japanisches Papier und speziell designtes Origami-Papier ebenso wie festes Kraftpapier, schönes Geschenkpapier, alte Prospekte oder ausgediente Vereinszeitschriften. „Wichtig ist, dass am Papier keine weißen Faltknicke entstehen“, erklärt die Origami-Falterin. Mal gestaltet sie Sterne aus acht oder 16 kleinen Quadraten, mal aus einem Blatt. Sogar ein Hochzeitspaar hat sie aus einem Blatt gefaltet. Zudem hat Barbara Walier bereits jede Menge Faltanleitungen gesammelt und entdeckt stetig neue. Darin werden in einer international anerkannten „Faltsprache“, mit einem System von Faltsymbolen, die einzelnen Faltschritte verständlich beschrieben.

Die Anleitungen erhält die Maria Veenerin aus ihren vielen Büchern oder von ihren zahlreichen Origami-Freunden, die wie sie, alle Mitglied im Verein Origami Deutschland sind. „Wir stehen in ständigem Kontakt und tauschen unsere neuesten Kreationen aus.“ Auch an den jährlichen internationalen Origami-Treffen des Vereins oder an deren Ständen auf der Creativa-Messe nimmt Barbara Walier teil. Viele Origami-Werke habe sie bereits für Vereine in Maria Veen gefaltet, ihre Faltkunst auf Basaren des Gymnasiums der Mariannhiller Missionare verkauft oder im Reken Forum ausgestellt. Den Erlös aus ihren gesamten Verkäufen spendet Barbara Walier für einen guten Zweck. Zudem bietet sie, außer in dieser Coronazeit, monatlich je einen offenen Workshop für Origami-Fans in Maria Veen und Merfeld an. Die Origami-Kunst liegt ihr am Herzen: „Ich möchte, dass diese Kunst verbreitet wird.“ Ihre Enkelkinder hat sie auch bereits mit dem Origami-Fieber angesteckt. Wer Interesse an der Kunst des Papierfaltens hat, kann Barbara Walier gerne kontaktieren unter der Mail: patchbarbara@web.de.

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Karussell aus Papier

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Mit Origami lässt sich Vielfältiges gestalten.