Lokales

Digitale Erinnerung

Freitag, 20. November 2020 - 08:30 Uhr

von Claudia Hieby

Foto: SYSTEM

Grabstein Jettchen Cossmann. Foto: Stadtarchiv Borken

Borken (hie). Drei jüdische Friedhöfe existieren im Stadtgebiet Borken. Sie sind stille Orte, sie werden kaum frequentiert, doch sie zählen zu den wenigen verbliebenen Zeugnissen der beiden einst vitalen jüdischen Gemeinden Borken und Gemen. Im jüdischen Glaubensverständnis sind sie wichtiger als Synagogen.

Der Borkener Theologe und Pädagoge Walter Schiffer hat die erhalten gebliebenen Inschriften dank seiner profunden Hebräisch-Kenntnisse in den vergangenen Jahren sorgfältig dokumentiert und ins Deutsche übertragen. Nach Übermittlung des Gemener Bestandes sind die Ergebnisse als Datensätze nunmehr vollständig in die Internet-Datenbank des Salomon-Ludwig-Steinheim-Instituts für deutsch-jüdische Geschichte (Essen) aufgenommen worden. Das Steinheim-Institut, das bundesweit führend in der Dokumentation und Erforschung jüdischer Friedhöfe ist, hat in seiner Online-Datenbank Epidat unter www.steinheim-institut.de mittlerweile digitale Editionen der Grabstein-Inschriften von fast 200 jüdischen Friedhöfen mit über 35 000 Grabmalen erfasst.

Vertiefende Informationen über die Geschichte dieser drei Friedhöfe und eine kurze Einführung in die jüdische Grabsteinkultur bietet der kleine Leitfaden „Die Jüdischen Friedhöfe in Borken und Gemen“, den Walter Schiffer zusammen mit Mechtild Schöneberg und Thomas Ridder 2018 veröffentlicht hat. Der Leitfaden ist zum Preis von 5 Euro beim Ticket-Center der Borkener Zeitung, bei der Borkener Tourist-Info und im Stadtarchiv Borken erhältlich.