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„Du bist, was du isst!“

Freitag, 3. Januar 2020 - 09:00 Uhr

von Claudia Hieby

Foto: SYSTEM

Fitness, Gesundheit und Schönheit sind Ideale unserer Leistungsgesellschaft.

Borken (hie). Höher, schneller, weiter. Menschen definieren sich heute zunehmend über ihre Leistung. So wird auch die Ernährung mehr und mehr zum Wettbewerbsfaktor. Einfach nur satt werden – das war einmal, wie die Nestlé Studie „So is(s)t Deutschland 2019“ zeigt. Immer mehr Menschen wollen sich mit ihrer Ernährung selbstoptimieren und leistungsfähiger werden. Was treibt sie dazu an? „Fitness, Gesundheit und Schönheit sind Ideale unserer Leistungsgesellschaft. Viele sehen in der Ernährung eine Möglichkeit, diese Ziele zu erreichen. Nicht umsonst heißt es im Volksmund: Du bist, was du isst“, sagt Dr. Annette Neubert, Ernährungswissenschaftlerin im Nestlé Ernährungsstudio.

Deutsche möchten sich fit

essen

60 Prozent der Befragten gaben in der aktuellen Nestlé Studie an, durch ihre Ernährung ihre Fitness und körperliche Leistungsfähigkeit erhalten zu wollen. 57 Prozent sagten, sie möchten gesund werden oder gesund bleiben. Einige stecken sich sogar noch ambitioniertere Ziele: Für gut ein Drittel der Bevölkerung steht zum Beispiel die Selbstoptimierung im Vordergrund. Sie möchten dadurch „Das Beste aus sich und ihrem Körper herausholen“. „Etwas für das Aussehen tun, zum Beispiel für Haare oder Haut“, das wollen 24 Prozent der Befragten mithilfe der Ernährung erreichen. Jeder Sechste verspricht sich, durch eine ausgewogene Ernährung geistig leistungsfähiger zu werden oder Muskeln aufzubauen. Wie weit die Ernährungsoptimierung bei den Menschen in Deutschland mittlerweile geht, zeigt das spezielle Segment der Nahrungsergänzungsmittel. 15 Prozent der Gesamtbevölkerung und 17 Prozent der 20- bis 34-Jährigen würden diese in Erwägung ziehen, wenn sie die geistige Leistungsfähigkeit steigern.

Zu ambitionierte Ziele

Auch wenn sich viele Deutsche hohe Ziele für die Ernährung stecken, haben sie scheinbar Schwierigkeiten bei der Umsetzung. So sind 85 Prozent der Befragten „nicht rundum zufrieden mit ihrer Ernährung“ und identifizieren durchschnittlich vier Probleme, die dafür verantwortlich sind. Jeder Dritte beklagt sich über abendliche Heißhungerattacken oder über zu wenig Obst und Gemüse auf dem persönlichen Speiseplan. Zu viel fettiges Essen oder Süßes verärgert etwa jeden Vierten. Sich nicht ausreichend Zeit zum Essen zu nehmen oder zu unregelmäßig zu essen, halten rund 25 Prozent der Bevölkerung für kritisch. Was die Studie aber auch zeigt: Je ehrgeiziger die Ernährungsziele, desto wahrscheinlicher ist es, sie nicht zu erreichen. „Wer ausgewogener und gesünder essen möchte, sollte sich realistische Ziele setzen. Hier können kleine Etappen oder Teilziele helfen, besonders beim Abnehmen. Die Erfolgschancen stehen dann deutlich besser“, empfiehlt Neubert. Außerdem solle der Spaß beim Kochen nicht zu kurz kommen. „Mit neuen Rezepten zu experimentieren oder neue, exotische Obst- und Gemüsesorten auszuprobieren, bringt Abwechslung in den Ernährungsalltag. Wer einen besonderen Motivationsschub benötigt, lädt Freunde zum gemeinsamen Kochen ein“, so die Ernährungswissenschaftlerin.