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Einkaufen ohne Plastikmüll

Mittwoch, 8. Januar 2020 - 10:00 Uhr

von Marie-Therese Gewert

Foto: SYSTEM

Kosmetikartikel im Bad, kein Plastik im Kühlschrank: Viele Borkener wollen, wie Mirjam van der Sanden, plastikfrei leben.

Borken (mtg). Sie wollen auf Plastik verzichten, weil sie nachhaltig etwas verändern möchten: Die Initiatoren des Vereins „Natürlich unverpackt – gemeinsam in Borken“, der sich am 15. Dezember 2019 gegründet hat. Dahinter stecken unter anderem Reinhard Hopfner und Mirjam van der Sanden.

Von der Fridays for Future-Bewegung angetan, wollten sie selbst handeln und ihren Beitrag für eine lebenswerte Zukunft leisten: „Leider gehören wir zur Generation der Mitverursacher. Daher reicht es nicht, zu demonstrieren“, sind sich die beiden einig. Schon seit 2013 leben sie plastikfrei.

Nur zwei Dinge lassen sich in ihrem Haushalt ohne Plastik noch nicht vermeiden: Medikamente und laktosefreie Milch, die es nur in Tetrapacks gibt. Sonst lassen sie sich den Käse in Glasschüsseln einpacken, gehen mit dem Stoffbeutel zum Bäcker, kaufen Taschentücher in Papierverpackung. „Jeder kann darauf achten, es ist einfach eine bewusste Kaufentscheidung“, erklärt Reinhard Hopfner. Die Idee, einen Unverpackt-Laden zu eröffnen, reifte im September 2019. Schnell schlossen sich mehrere Borkener zusammen und brachten ihr Projekt auf den Weg. Aus ihrer Initiative wurde ein Verein, der mittlerweile 26 Mitglieder zählt und der stetig wächst. Sie alle haben das Ziel, ohne Berge von Plastikmüll einkaufen gehen zu können und alternative Möglichkeiten aufzuzeigen.

Als Verein machen sie auch Unternehmen darauf aufmerksam, weniger Plastik in ihren Produkten zu nutzen.

Sie möchten keine Moral-Prediger sein. Doch sie merken, dass die Nachfrage plastikfreier Alternativen bei den Verbrauchern groß ist und wollen Interessierten Wege eröffnen. Wer im Verein mitmachen möchte, ist herzlich willkommen. „Einzige Voraussetzung ist die Liebe zu unserer wunderbaren Erde, der Wunsch, sich einzubringen und Taten folgen zu lassen“, lacht Mirjam van der Sanden. Alle Beteiligten engagieren sich ehrenamtlich, kommen aus unterschiedlichen Branchen vom Tischler bis zu Fachleuten aus dem Einzelhandel selbst. Sie haben Arbeitsgruppen gebildet, um gut vernetzt und schnell vorwärts zu kommen. Aktuell sind sie in Gesprächen mit der Stadt, die ihnen sehr entgegenkommt.

Mehrere Ladenlokale haben sie besichtigt, suchen einen Vermieter, der ihnen vielleicht ein Stück weit entgegen kommt. Aktuell suchen sie Finanzierungsmöglichkeiten, darunter ist auch Crowdfunding (eine Art Gruppenfinanzierung) in der Diskussion. „Wir wollen diesen Laden eröffnen, doch die Gesetzesvorlagen sind wahnsinnig groß“, sagt Reinhard Hopfner, der erste Vorsitzende des Vereins. „Doch wir lassen uns dadurch nicht bremsen“, betont Mirjam van der Sanden. Der Verein bekommt von vielen Seiten positiven Zuspruch und bietet auf Dauer regelmäßig Vorträge und Seminare rund um das Thema für Interessierte an.

Weitere Infos gibt‘s unter www.unverpackt-borken.de

Foto: SYSTEM

Reinhard Hopfner mahlt sich die Haferflocken für sein Müsli selbst. Fotos (2): mtg