Lokales

Es gibt noch freie Plätze

Freitag, 9. Juli 2021 - 09:00 Uhr

von Claudia Hieby

Foto: SYSTEM

Eine Ausbildung kann auch nach dem 1. August noch begonnen werden.

Borken (hie). In wenigen Wochen starten viele Jugendliche im Bezirk der Agentur für Arbeit Coesfeld mit ihrer betrieblichen Ausbildung. Sie dürfen sich auf eine spannende Zeit freuen und legen den Grundstein für die berufliche Zukunft. Andere sind immer noch auf der Suche, doch auch für sie ist immer noch alles möglich.

668 Jugendliche sind derzeit bei der Agentur für Arbeit noch als Ausbildungsplatzsuchend gemeldet. Für sie stehen aktuell noch 2.044 freie Ausbildungsstellen bei der Arbeitsagentur zur Verfügung. „Rechnerisch bedeutet das, es gibt drei Ausbildungsstellen für jeden Bewerber“, so Johann Meiners, der Leiter der Agentur für Arbeit Coesfeld. Auch wenn das nur rechnerisch passt, sieht der Experte noch viele Möglichkeiten für junge Leute. „Es gibt weiterhin in nahezu allen Berufen freie Ausbildungsstellen, denn die Unternehmen in der Region suchen dringend Nachwuchskräfte“, verdeutlicht Meiners. Er rät den Bewerbern weiterhin aktiv zu suchen und auch die eigene Strategie nochmal zu überdenken. „Wer bislang bei den Ausbildungsbetrieben noch nicht punkten konnte, sollte sich Hilfe und Rat von den Experten der Berufsberatung holen. Mit ein paar kleinen Veränderungen kann die Bewerbung plötzlich erfolgreicher laufen“, so Meiners. „Manchmal ist es auch sinnvoll, über weitere berufliche Alternativen in Berufsfeldern ins Gespräch zu kommen, die bislang vielleicht noch nicht im Blick der jungen Menschen waren, aber exzellente Chancen für die Zukunft bieten.“

Dazu weist er darauf hin, dass eine Ausbildung auch nach dem 1. August noch begonnen werden kann: „Bis zum offiziellen Ausbildungsstart noch etwas zu finden, wird vielleicht nicht in allen Fällen gelingen. Aber auch danach ist es ohne Probleme noch möglich mit einer Ausbildung zu starten.“ So kann auch im September, oder sogar im Oktober ein Einstieg noch erfolgen.

Insgesamt meldeten sich 2.801 Jugendliche seit Beginn des aktuellen Berichtsjahres im Oktober 2020 als Bewerber bei der Agentur für Arbeit und damit 561 weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Dem gegenüber ist die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen im gleichen Zeitraum um 49 auf nun 4.735 angestiegen. „Es ist offensichtlich, dass die Herausforderungen für Unternehmen größer geworden sind, junge Menschen als Auszubildenden oder für ein duales Studium zu gewinnen“, sagt Meiners.

Um die Ausbildungsplatzsuchenden besser unterstützen zu können, hat die Agentur für Arbeit in diesem Jahr ein gesondertes Team eingerichtet, dass zusammen mit dem Arbeitgeber-Service der Agentur in engem Kontakt mit den jungen Menschen betriebliche Kontakte herstellt. Darüber hinaus besteht über die Telefon-Hotline 02541/ 919 888 unkompliziert die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme mit der Berufsberatung, zum Beispiel für Schülerinnen und Schüler und deren Eltern, die bislang vielleicht noch nicht die Berufsberatung in Anspruch genommen haben.

Für Betriebe, die aufgrund der Corona-Krise in besonderer Weise betroffen waren, besteht im Einzelfall die Möglichkeit, über das Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ Unterstützung bei neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen zu erhalten.

„Darüber hinaus macht aus meiner Sicht für Betriebe Sinn, auch andere Personengruppen in den Blick zu nehmen,“ so Meiners. Gerade da, wo sich die Ausbildungsplätze nicht mehr oder nur schwer besetzen lassen, sollte der Blick auf etwas ältere Personen fallen. „Es gibt viele Beschäftigte in un- oder angelernten Tätigkeiten. Auch für sie ist eine Ausbildung, in Form z.B. einer Umschulung, eine Bereicherung und Verbesserung der finanziellen und beruflichen Situation“, so Meiners.