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Giftköder-Suchhunde im Einsatz

Freitag, 29. Mai 2020 - 10:36 Uhr

von Marie-Therese Gewert

Sie retten Hunden Leben: Nicole Momma und Hündin Joey (12) bilden Hund und Halter wie Carmen Höchst zu Giftköder-Suchhunden aus. Fotos: mtg

Kreis Borken (mtg). Neugierig sucht Maila die Wiese ab. Sie schnüffelt überall ganz genau, bis sie den Köder gefunden hat. Jetzt schlägt sie an, ohne den Giftköder zu berühren. Sie schaut Halterin Carmen Höchst an: „Fein“, sagt diese – und gibt Maila ein Leckerchen zur Belohnung. Doch bis sie soweit war, vergingen mehrere Monate. Maila hat eine Ausbildung zum Giftköder-Suchhund in Essen bei Hundetrainerin Nicole Momma absolviert.

Die Prüfung besteht daraus, „fressbare Komponenten“ zu finden, anzuzeigen – und sie nicht zu fressen. Eine Herausforderung. Für die Hunde und die Halter. Die Übungen sind mehr Spiel und Nasenarbeit, als ernsthafte Gefahr.

Doch wie schnell aus dem Spiel eine ernste Situation werden kann, zeigt ein Fall, der sich erst Anfang des Monats im Kreis Borken ereignete.

Fall in Heiden

Die Heidenerin Sabine Rudde war mit ihrem zwölfjährigen Hund Ben im Bereich der „Sandkuhle Tecklenborg“ (Heidener Landweg) bei Velen unterwegs, als dieser einen unbekannten Gegenstand fraß. „Nur zehn Minuten später zeigte Ben die ersten Anzeichen. Er hat gezittert, gebrochen und gespeichelt“, erinnert sich die Heidenerin. Ben wurde sofort zur Tierärztin gebracht, bekam eine Infusion. Nach zwei Tagen erholte er sich und durfte wieder nach Hause. Es ist für sie umso schlimmer, da es schon der zweite Hund von Sabine Rudde ist. Vor etwa einem Jahr hatte ihr Hund Kalle einen Giftköder geschluckt. Beide Hunde konnten gerettet werden.

Der Fall von Ben wurde auf der Facebookseite „Giftköder-Suchhunde“ geteilt, Carmen Höchst machte sich mit Maila umgehend auf den Weg zum Fundort. Maila entdeckte dort eine Art „vergammelte Leberwurst“ mit roten Stückchen darin, die eindeutig auf Giftköder hinwiesen.

Laut Polizei ergab eine Untersuchung, dass es sich hierbei in der Tat um einen Giftköder handelte. Es wurde Anzeige gegen Unbekannt gestellt.

Ähnliche Fälle wurden laut, wobei hier kein eindeutiges Ergebnis feststellbar gewesen sei. Auf Anfrage bei der Polizei handelte es sich in diesen Fällen um Mutmaßungen, weil nichts eindeutiges nachweisbar war.

Die Heidenerin Sabine Rudde ist der ehrenamtlichen Gruppe in jedem Fall sehr dankbar für ihre Einsatzbereitschaft.

Carmen Höchst ist mit Maila im Kreis Borken unterwegs. Die Hündin kam ursprünglich aus einer Tötungsstation in Ungarn und rettet jetzt im Ernstfall anderen Hunden das Leben.

Die Ausbildung zum Giftköder-Suchhund geht auf Erfinder Dennis Panthen zurück, der das Training 2015 in Essen ins Leben rief, nachdem der Hund eines Freundes durch einen Giftköder verstarb. Hundetrainerin Nicole Momma stieg nur wenig später mit ein. Carmen Höchst war mit Maila ihre Schülerin.

Was tun, wenn ein Giftköder gemeldet werden soll?

„Wenn jemand einen fressbaren Gegenstand bei uns meldet, brauchen wir genaue Angaben“. Was genau wurde gefunden? Wo genau wurde es gefunden? (Am besten mit Markierung bei Google-Maps). Wichtig sind auch die Kontaktdaten, unter denen der Finder sofort erreichbar ist.

Eine Ausbildung dauert bis zu sechs Monate. Die Ausbildung ist für alle Hunde geeignet, bei denen das Team Mensch-Hund gut funktioniert Weitere Infos gibt es unter www.pro-dog-trainer.de/ und auf der Facebookseite Giftköder-Suchhunde mit dem Kurzlink https://bit.ly/2X4SA3o

Schäferhündin Maila