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Heimische Natur entdecken

Freitag, 3. April 2020 - 09:00 Uhr

von Marie-Therese Gewert

Foto: SYSTEM

Der Naturlehrpfad in Heiden führt am Ostring und Nordring entlang und liegt zwischen der Rekener und der Velener Straße. Fotos: mtg

Heiden (mtg). Eine leichte Brise weht mir um die Ohren. Autos rauschen vorbei, als ich den Naturlehrpfad in Heiden entlangschlendere.

Zwischendurch bleibt die Straße leer – Stille folgt. Vögel sind in der Dämmerung zu hören, fliegen ihre letzten Runden, bevor die Nacht anbricht. Ich höre das Stapfen von Joggern, Fahrräder streifen den Boden. Freizeitsportler nutzen den Weg ebenso wie Spaziergänger. Vereinzelt sind Kinder mit ihren Eltern hier. Im Gegensatz zu den Menschen, die schnell unterwegs sind, halten sie in der Natur kurz inne, werfen einen genauen Blick auf den Lehrpfad. Unter ihnen befindet sich auch Amelie.

Die Achtjährige schaut aufgeschlossen auf eine der Tafeln: „Prunus padus“, liest sie stockend vor. Der botanische Fachbegriff für Traubenkirsche. Ein Strauch, der bis zu 13 Meter hoch wird, mit Blättern bis zu zehn Meter lang. „Von April bis Mai steht die Traubenkirsche in Blüte“, verrät das Mädchen, als es die Tafel durchgelesen hat. Neugierig rennt sie zu einer großen Schautafel weiter, wo sie die Blätter den Laubbäumen zuordnen muss. An einer weiteren Stelle gibt‘s ein einheimisches Singvögel-Quiz.

Zwei Kilometer langer Weg

So bietet der Naturlehrpfad mit 100 Täfelchen und sechs Schautafeln auf zwei Kilometern Länge spannende Einblicke rund um den Lebensraum von Flora und Fauna. „Angelegt wurde der Pfad schon in den 1980-er Jahren“, erläutert Ulrich Lohaus, Leiter vom Bauamt in Heiden. Doch Stürme und Trockenheit setzten dem Erkundungsweg in den vergangenen Jahren zu. Nicht alle Pflanzen hatten der Witterung stand gehalten. Mehrere Bäume waren umgekippt. Einige Stationen mussten gänzlich erneuert werden.

Die Instandsetzung des Naturlehrpfades hat 15.000 Euro gekostet. „Möglich wurde die Finanzierung der Maßnahme dank einer Förderung durch das Land NRW mit 10.500 Euro“, betont Ulrich Lohaus weiter. 4.500 Euro zahlte die Gemeinde Heiden aus eigener Tasche. Im Februar begannen die Arbeiten. Jetzt ist der Naturlehrpfad fertig und der Heidener Rundweg am Ost- und Nordring zwischen der Rekener und Velener Straße als Naherholungsgebiet um einen Schatz reicher.So kommen hier Bäume und Pflanzen aus der ganzen Welt zusammen, bieten heimischen Tieren einen Lebensraum – und den Menschen genug Zeit, um durchzuatmen.

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Idyllischer Sonnenuntergang über Heiden.

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Die Eibe ist ein immergrünes Gewächs.

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Allein der Lebensraum der Feldhecke bietet vielen Tieren ein Zuhause.

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Schautafeln geben genaue Einblicke in die Natur: Welche Blätter gehören zu welchem Baum?

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Die Fichte wird häufig als Nutzholz eingesetzt.