Lokales

In der Pandemie fehlt die Struktur

Donnerstag, 1. April 2021 - 05:00 Uhr

von Claudia Hieby

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Menschen mit Autismus können mit Veränderungen oft nur schwer umgehen. Foto: DRK/Fotalia

Kreis Borken (hie). Autismus und Corona-Pandemie: Wie geht das in schwierigen Zeiten zusammen? Zum Weltautismustag am 2. April gibt das Rote Kreuz im Kreis Borken einen Einblick, wie die Coronasituation von Menschen mit Autismus wahrgenommen wird.

Beim Autismus handelt es sich um eine tiefgreifende Entwicklungsstörung, die bereits im Kindesalter beginnt. Sie ist charakterisiert durch schwerste Störungen der Kontaktaufnahme und der Kommunikation mit anderen Menschen. Hinzu kommen Verhaltensauffälligkeiten, die im Alltag für das gesamte Umfeld sehr belastend sein können. Menschen mit Autismus führen alltägliche Aufgaben oftmals starr und routiniert aus und bestehen auf bestimmte Handlungsroutinen. Veränderungen jeglicher Art können Irritationen bis hin zu deutlichen Widerständen auslösen. Vor diesem Hintergrund spielt die Corona-Pandemie eine ganz besondere Rolle für autistisch veranlagte Menschen, denn die gewohnte und wichtige Tagesstruktur und Routine ist oft durcheinandergekommen. Die Corona-Situation verstärkt die Entwicklung von stereotypen Verhaltensweisen, denn diese vermitteln dem Betroffenen Sicherheit. Die Reduzierung äußerer Stressfaktoren empfinden manche allerdings auch als positiv. Das Rote Kreuz bietet für Kinder, Jugendliche und Erwachsene eine individuelle Förderung und Begleitung von Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung. Ansprechpartnerin ist Silke Korte, Telefon o2861/ 8029-211, E-Mail an
s.korte@drkborken.de, www.ITZ.DRKBorken.de.