Münsterland

Interaktives Erlebnis

Freitag, 26. März 2021 - 08:40 Uhr

von Claudia Hieby

Foto: Sven Betz

Die Entwürfe zeigen, wie Mode langlebig, ressourcensparend und schön gestaltet werden kann. Foto: LWL/ Betz

Bocholt (hie). Mit der Ausstellung „use-less“ und einer Wiederauflage der Schau „Mythos Neue Frau“ startet das Textilwerk Bocholt in die neue Saison.

Egal ob Jeans, T-Shirts oder Nylonstrümpfe – Kleidung entsteht in komplexen Produktionsabläufen mit Folgen für Menschen und Umwelt. Die interaktive Ausstellung „use-less. Slow Fashion gegen Verschwendung und hässliche Kleidung“ stellt die Forschungsergebnisse der Hochschule Hannover vor. Designprojekte von Studierenden machen deutlich, wie Mode langlebig, ressourcensparend und schön gestaltet werden kann. „Beim Entwurf von Kleidung muss das Ende oder die Wiederverwertung der genutzten Textilien mitgedacht werden“, erklärt die leitende Kuratorin Prof. Martina Glomb von der Hochschule Hannover. „Wir können es uns nicht mehr leisten, Mode zu entwickeln, die in der Tonne landet. Gute Kleidung nach Slow-Fashion-Kriterien kann die Umwelt sogar positiv beeinflussen.“

„Mit der Ausstellung wollen wir mit unseren Besuchern in den Dialog über eine zentrale Industrie, Konsum und nachhaltige Entwicklung treten. Wir freuen uns auf viele Reaktionen,“ sagt Martin Schmidt, wissenschaftlicher Referent für Textil.

Ein Höhepunkt der Ausstellung ist ein 23 Meter langer Laufsteg hinter Glas, auf dem Studierende der Hochschule Hannover ihre Kreationen präsentieren. Die Entwürfe verbinden modernes Design und historisches Handwerk. So haben die angehenden Modedesigner traditionelles Grubentuch, das im Bocholter Museum auf historischen Webstühlen speziell im Ausstellungsdesign produziert wurde, mit Arbeitstechniken nach Prinzipien von „Zero Waste“ und Upcycling vereint.

Eigens für das Textilwerk entwickelt wurde außerdem ein Audioguide, der über das eigene Smartphone in der Ausstellung oder die Plattform www.museum.de im heimischen Wohnzimmer abgerufen werden kann. Aus vier sehr unterschiedliche Perspektiven - vom Nerd bis zum Rentner - können Gäste die Ausstellung in aufwendig produzierten Hörspielsequenzen mit Hintergrundinfos, Gesprächen und Atmosphären entdecken. Die ungewöhnliche Klangkulisse wurde von Studierenden des Fachbereichs „Design, Lehrgebiet Ton- und Klanggestaltung“ der Fachhochschule Dortmund unter der Leitung von Prof. Jörg Lensing entwickelt und produziert.

Aufgrund der Corona-Pandemie bittet das Museum um vorheriges Reservieren eines Zeitfensters zum Besuch per Mail an: textilwerk-weberei-shop@lwl.org oder telefonisch unter 02871/21611-0.