Kaum Einfluss auf Spiel

Kaum Einfluss auf Spiel

Der Einfluss auf das Glücksspiel wird überschätzt. Foto: pd

Borken/Berlin. Während unserer Telefonaktion meldeten sich sowohl Angehörige von Spielsüchtigen als auch die Betroffenen selbst. Hier eine Zusammenfassung der Fragen und der Antworten des Expertenteams der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA):

Mein Freund pokert im Netz, mitunter gewinnt er, aber in letzter Zeit hat er viel verloren. Er bat mich um einen Kredit, um die Schulden auszugleichen. Soll ich ihm das Geld geben?

Auf keinen Fall. Sie können davon ausgehen, dass er das Geld nicht zur Rückzahlung von Schulden, sondern für weiteres Pokern nutzt. Gleichen Sie auch keine überzogenen Konten aus und bezahlen Sie keine offenen Rechnungen. Der Spieler muss sich der Probleme bewusst werden, die ihm aus seiner Spielsucht entstehen. Sonst wird er nie die Anstrengung auf sich nehmen, sich von der Sucht zu befreien.

Seit meine Frau in Kurzarbeit ist, spielt sie nächtelang durch. Aufhören will sie nicht. Die Kontovollmacht hat sie mir übergeben, aber ich kann vor Sorgen nicht mehr schlafen

Es ist sehr schwer, mit Spielsüchtigen zusammen zu leben. Auf Abstand gehen, kann helfen. Sie sind nicht für das Spielverhalten Ihrer Frau verantwortlich. Vielleicht ist die Situation leichter zu ertragen, wenn Sie über das Problem mit Freunden und Bekannten sprechen oder sich an eine Beratungsstelle oder Selbsthilfegruppen wenden? Unter www.check-dein-spiel.de/hilfe/hilfe-vor-ort/ finden Sie Adressen in Ihrer Nähe. So merken Sie, dass Sie mit Ihrem Problem nicht allein sind und können sich austauschen. Außerdem: Kümmern Sie sich um sich selbst. Versuchen Sie Freude im Alltag zu finden, trotz der Spielsucht Ihrer Frau. Pflegen Sie ein Hobby, gehen Sie in die Natur - suchen Sie ganz bewusst nach Beschäftigungen, die Ihnen Spaß machen.

Seit sich meine Partnerin von mir getrennt hat, spiele ich vor allem aus Langeweile. Das geht aber sehr ins Geld, und eine neue Beziehung ist auch nicht in Sicht. Wie komme ich da wieder raus?

Sie müssen sich entscheiden: Was ist Ihnen wichtiger, sich weiter durch das Spiel von der Langeweile ablenken zu lassen oder einen neuen Inhalt für Ihr Leben zu finden. Wenn Sie etwas ändern wollen, dann können Sie zum Beispiel überlegen, was Ihnen früher Spaß gemacht hat und daran anknüpfen. Oder Sie durchforsten die örtlichen Medien nach Möglichkeiten, die Freizeit zu verbringen, ohne zu spielen. Wenn Sie nicht mehr spielen, haben Sie dazu genug Zeit. Vielleicht suchen Sie in Ihrem Freundeskreis auch Menschen, die nicht spielen und die Ihnen gut tun. Hilfe auf Ihrem neuen Weg gibt es bei den Suchtberatungsstellen vor Ort. Eine Übersicht steht unter www.check-dein-spiel.de

Unser Sohn spielt gerade jetzt in der Pandemie mehr am Computer, zum Beispiel Tetris. Jetzt hat er gebeichtet, dass er dabei viel Geld verloren hat. Aber bei Tetris spielt man doch gar nicht um Geld, oder?

Doch, das ist möglich. Neben den klassischen Online-Glücksspielen wie Roulette oder Black Jack wurden in den letzten Jahren unzählige Spielvarianten entwickelt, die das Konzept bekannter Gesellschafts- oder Computerspiele aufgreifen und ein Glücksspiel daraus machen. Dazu gehört auch Tetris. In der Regel kann man zunächst ohne Einsatz von echtem Geld spielen. Aber der Umstieg auf Echtgeld ist mit wenigen Klicks machbar.

Ich spiele nur am Wochenende, vor allem Online-Poker. Meine Frau sagt, daraus könne eine Sucht werden und ich müsse damit aufhören. Das ist doch übertrieben, oder?

Es ist schwer zu sagen, wann problematisches Spielen anfängt. Es gibt jedoch Anzeichen. Haben Sie zum Beispiel das Bedürfnis, immer mehr Geld einzusetzen? Oder haben Sie schon einmal wegen Ihres Spielens gelogen? Um das eigene Spielverhalten einzuschätzen, ist der Selbsttest auf www.check-dein-spiel.de ein probates Mittel