„Klassik ist nicht nur ernste Musik“

„Klassik ist nicht nur ernste Musik“

Lea Brückner an der Violine und Pianist Roman Salyutov geben ein Charity-Konzert für die Organisation „Helden für Tiere“, der internationalen Tierhilfe des Tierschützers Ralf Seeger, der seine Projekte selbst vorstellt. Foto: pd

Borken (mtg). Das Duo mit Geigerin Lea Brückner und Pianist Roman Salyutov gibt im Drive & Live Autokino, Parkstraße 9, in Borken am kommenden Freitag, 26. Juni, um 19 Uhr ein Charity Cinema Concert im Rahmen des Festivals der Musiklandschaft Westfalen. Der Stadtanzeiger sprach vorab mit Geigerin Lea Brückner.

Sie sind 22 Jahre alt und Geigerin – spricht klassische Musik auch junge Menschen an?

Lea Brückner: „Klassik schreckt viele ab, weil sie einen altmodischen Ruf hat. Wir jungen Klassikmusiker wollen diesen Ruf aufbrechen. Denn Klassik ist keine Alte-Leute-Musik, sondern ansprechend für jüngere Generationen. Ich würde es jedem empfehlen, einfach mal ein klassisches Konzert auszuprobieren, wozu das Open-Air-Konzert im Auto mit bequemer Kleidung ein guter Anfang ist.“

Auf was dürfen Zuhörer gespannt sein?

Brückner: „Wir spielen im Duo die Sonate Nr.7 für Violine und Klavier von Ludwig van Beethoven, lassen aber auch Jazz- und Blues einfließen. Zum Beispiel mit dem ersten Satz von Georg Gershwins „Short Story“ oder den Blues von Maurice Ravel aus der Sonate. Ansprechend ist auch die Sonate Nr. 3 von Edward Grieg“.

Das Charity Cinema Concert ist für den guten Zweck bestimmt. An wen geht der Betrag?

Brückner: „Das Charity Cinema Concert richten wir zugunsten des Tierschützers Ralf Seeger aus. Er ist bekannt aus der VOX Sendung „Harte Hunde“. Als besonderer Gast des Abends wird er persönlich erscheinen. Der Kontakt kam durch ein früheres soziales Projekt mit ihm zustande, als ich 15 Jahre alt war.“

Sie legen einen großen Wert darauf, mit Ihrer Arbeit soziale und ehrenamtliche Projekte zu unterstützen.

Brückner: „Auf jeden Fall. Gerade jetzt geht es vielen Branchen nicht gut. Ich finde es wichtig, zu helfen, wo Hilfe nötig ist und möchte dafür die klassische Musik nutzen. Für die Kultur und den Tierschutz ist es gerade besonders schwierig –all die freiwilligen Helfer, die nicht wie gewohnt helfen durften und die für ihre Hilfe auf das Geld angewiesen sind.“

Was wollen Sie mit der Musik aussagen?

Brückner: „Ich denke, Zuhörer bekommen die Chance, in eine eigene Welt einzutauchen. Die Sichtweise der alten Komponisten zeigt denselben Effekt wie die Popmusik heute. Wer Klassik aus den Augen der Komponisten sieht, erkennt, dass sie gar nicht so anders gedacht haben. Klassik enthält Gesellschaftskritik und zeigt Diskrepanzen und Probleme auf, die damals wie heute die gleichen geblieben sind. Damals galt die heutige E-Musik als U-Musik.“

E- und U-Musik?

Brückner: „Ernste Musik und Unterhaltungsmusik. Damals wurde die Musik, die viele heute als ernsthafte Musik empfinden zu Unterhaltungszwecken komponiert. Beethoven hat sowohl E- als auch U-Musik komponiert und würde sich sicher wundern, wenn er heute nur als ernster Musiker durchgehen würde. Klassik braucht wieder ein junges Image.“

Was ist ihre Botschaft?

Brückner: „Ich werde den Abend moderieren und zeigen, wer die Menschen hinter der Musik sind. Es müssen viele Menschen kommen, damit das Open-Air-Konzert vor der Leinwand auch ausgerichtet werden kann. Das Format bietet neue Möglichkeiten und Chancen und hilft Tieren. Noch suchen wir Sponsoren und Unterstützer“.

Kontakt für Sponsoren: kontakt@lea-brueckner.de

Infos unter dem Kurzlink https://bit.ly/2AdCxI0