Münsterland

Leitungswasser ist idealer Durstlöscher

Freitag, 30. Juli 2021 - 09:00 Uhr

von Claudia Hieby

Foto: SYSTEM

Leitungswasser kann man in Deutschland bedenkenlos trinken.

Kreis Borken (pd/hie). Klimaschutz geht alle etwas an: Rouven Boland, Klimaschutzmanager des Kreises Borken, gibt in der fünfteiligen Klima-Tipp-Serie „Fakten schaffen fürs Klima“ hilfreiche Hinweise, um im Alltag kluge Entscheidungen im Sinne des Klimaschutzes zu treffen.

Die Serie startet mit dem Durstlöscher Nummer eins – dem Wasser. Im Umgang damit lassen sich bereits durch kleine Veränderungen der Gewohnheit große Effekte für den Klimaschutz erzielen – und das hat vor allem etwas mit der Herstellung von Flaschenwasser zu tun. Denn: Für Mineralwasser müssen zunächst einmal Flaschen – aus Plastik oder Glas – produziert werden. In diese wird das aus Mineralbrunnen gewonnene Wasser abgefüllt und anschließend zum Handel transportiert, bevor es von dort in die Supermärkte verteilt wird. Den dritten Weg macht das Wasser aus der Flasche von dort aus zum Konsumenten nach Hause.

Durch den Transport und die Verpackung für einen Liter Flaschenwasser fallen durchschnittlich 202,74 g CO² an, was bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 181,4 Litern Flaschenwasser pro Person deutschlandweit pro Jahr rund drei Millionen Tonnen CO² verursacht. Zum Vergleich: Dies ist eineinhalbmal so viel wie der innerdeutsche Flugverkehr vor der Corona-Pandemie.

Neben dem Aspekt der zusätzlichen Plastikmüllvermeidung, die durch den Genuss von Leitungswasser forciert wird, lohnt sich der Griff zum Wasserhahn auch finanziell: Während man für einen Euro nur durchschnittlich 1,4 Liter Flaschenwasser bekommt, sind für das gleiche Geld aus dem Kran 200 Liter zu bekommen.

Leitungswasser ist das am besten überwachte Lebensmittel in Deutschland. Daher spricht nichts dagegen, es auch regelmäßig zu trinken und dadurch auf den Einkauf und Transport von Mineralwasser zu verzichten. Zu beachten ist lediglich, dass die jeweiligen Leitungen im Gebäude Einfluss auf die Wasserqualität haben können. Auch wenn ein Wasserhahn länger nicht genutzt wurde, sollte man zunächst das stehende Wasser aus den Leitungen ablaufen lassen, bis konstant kaltes Wasser aus der Leitung kommt. Danach steht dem Genuss des klimafreundlichen Durstlöschers nichts mehr im Wege.

Wer sich weiter über das Thema „Leitungswasser“ informieren möchte, ist am Dienstag, 17. August, ab 17 Uhr zum Online-Vortrag mit Ernährungsberaterin Monika Vogelpohl eingeladen. Weitere Infos dazu gibt es auf der Internetseite der Verbraucherzentrale unter www.verbraucherzentrale.nrw/beratungsstellen/gronau.