Lokales

„Ohne gemeinsamen Plan geht es nicht“

Freitag, 15. Januar 2021 - 09:30 Uhr

von Claudia Hieby

Foto: SYSTEM

Nele geht auf das Gymnasium in Burlo und kommt mit dem Online-Unterricht gut klar. Fotos: hie

Gemen (hie). Montagmorgen im Hause Brun. Es herrscht konzentrierte Ruhe - denn alle drei Töchter lernen in ihren Zimmern. Homeschooling ist angesagt - und es funktioniert, meistens. Jedes Kind ist vorbereitet, weiß was es zu tun hat und lernt im eigenen Zimmer.

Dies alles klappt, weil Mutter Sarah Brun ein Organisationstalent ist und die Familie schon im ersten Lockdown gelernt hat, das Beste aus der Situation zu machen. Ihr oberstes Ziel: Die drei Töchter sollen durch die Pandemie keinen emotionalen Schaden nehmen und sich später vielleicht einmal an eine für sie besonders schöne Coronazeit erinnern, in der die Familie viel miteinander unternommen hat.

Als Selbständige kann sich Sarah Brun den beruflichen Alltag selbst einteilen. „Das ist natürlich gerade jetzt ein großer Vorteil“, sagt sie. Denn so hat sie die nötige Zeit, um die Töchter beim Homeschooling zu unterstützen. Obwohl sie sich am Anfang schon ein wenig wie das strenge Fräulein Rottenmeier aus „Heidi“ gefühlt habe.

Morgens ist also Schule. Den Stundenplan hat Sarah Brun für sich und die Kinder für jeden Tag übersichtlich zusammengestellt. Sie ist der Meinung: „Eine Struktur für den Tag muss sein. Sonst funktioniert es nicht.“

So sitzen morgens alle pünktlich am Schreibtisch, inklusive Mama Brun, die mit Handy und Computer von zuhause aus die Termine für die Physiotherapie-Praxis ihres Mannes organisiert. Und zwischendurch die ein oder andere schulische Frage ihrer Kinder beantwortet.

Ein großer Vorteil für die Familie ist, dass das Internet gut funktioniert und jedes Mädchen ein eigenes Tablet für den Unterricht hat. So kann jede an den Videokonferenzen mit Lehrern und Klassenkameraden ohne Probleme teilnehmen.

Damit nach der Schule keine Langeweile aufkommt, gibt es am Nachmittag für die Kinder immer einen besonderen Programmpunkt: Es wird gemeinsam gebacken oder gekocht.

Zu Besuch darf zurzeit immer nur eine Freundin kommen, nach Möglichkeit wird dann draußen gespielt. Denn auch das gehört zum Tagesprogramm: Spielen an der frischen Luft, ein Spaziergang oder auch mal eine kleine Nachtwanderung. Besondere Höhepunkte sind die Wochenenden. Dann steht Sport auf dem Programm, und zwar in den Praixisräumen von Papa Brun. Die Geräte sind vorhanden und jeder darf alles ausprobieren.

„Corona hat unserer Familie ganz viele Positives gegeben“, sagt Sarah Brun. Das helfe, wenn es mal nicht so gut läuft. Denn die Aufgabe als „Hilfslehrerin“ macht natürlich nicht immer Spaß und auch die Kinder haben nicht immer Lust nur zuhause zu sein und ihre Zeit mit Eltern und Schwestern zu verbringen.

Trotzdem versuchen alle, den Corona-Alltag mit guter Laune zu meistern. Dabei spielt das gemeinsame Lachen eine große Rolle: „Es hilft uns dabei, auch schwierige Situationen zu meistern!“

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Nesthäkchen Lotte besucht die zweite Klasse.

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Die 9jährige Merle wechselt nach den Sommerferien auf die weiterführende Schule.