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Richtig Haushalten

Freitag, 17. April 2020 - 11:32 Uhr

von Marie-Therese Gewert

Foto: SYSTEM

Die Zahlungen werden nicht erlassen, sondern nur aufgeschoben. Foto: mtg

Kreis Borken (mtg). Infolge der Corona-Pandemie müssen viele Haushalte finanzielle Einbußen verkraften. Bundestag und Bundesrat haben ein Gesetz beschlossen, das von der Corona-Krise betroffene Verbraucher unterstützt. „Wer zum Beispiel seinen Job verloren hat oder in Kurzarbeit ist, muss ständige Rechnungen wie Strom, Gas, Wasser oder Telefon erst mal nicht zahlen. Auch bei der Miete gibt es von April bis Juni einen Zahlungsaufschub und Kreditraten werden gestundet“, erklärt Elke Liening, Leiterin der Beratungsstelle Gronau der Verbraucherzentrale NRW.

„Wichtig ist aber, dabei im Auge zu behalten, dass man alle Zahlungen später nachholen muss“, betont Liening. „Deshalb ist eine gute Planung der Ausgaben notwendig.“

Kosten

aufschieben?

Was tun, wenn das Geld knapp wird? Die Verbraucherzentrale NRW gibt Tipps: Um die Regelung in Anspruch nehmen zu können, muss man dem Energieversorger, dem Vermieter oder der Versicherung mitteilen, dass man nicht zahlen kann und belegen, dass die Ursache dafür Geldknappheit als Folge der Corona-Pandemie ist. Auch bei seiner Bank sollte man das tun, wenn man Raten nicht zahlen kann.

1. Miete: Mietern darf bis Juni nicht gekündigt werden. Bis zu drei Monatsmieten müssen vorläufig nicht gezahlt werden. Die Mietzahlung komplett einzustellen, ist nicht ratsam, da sie nur gestundet wird. Gezahlt werden muss am Ende trotzdem, spätestens bis Juni 2022. Ein Teil der Miete sollte daher wenn möglich gezahlt werden.

2. Strom, Gas, Wasser, Telefon, Internet: . Für Verträge, die vor dem 8. März 2020 abgeschlossen wurden, muss bis zum 30. Juni 2020 auch nicht gezahlt werden, falls nachweisbar ist, dass die Zahlungsschwierigkeiten auf Corona zurückgehen. Es ist ratsam, mit den Anbietern schon jetzt über Zeitpunkt und Art der Nachzahlung zu sprechen.

3. Kredite: Mit dem neuen Gesetz gibt es für den Raten- oder Immobilienkredit eine dreimonatige Stundung, falls sich jemand Zins und Tilgung nicht mehr leisten kann. Das gilt für Darlehensverträge, die vor dem 15. März 2020 abgeschlossen wurden. . Der Kredit wird dann entsprechend nach hinten verschoben.

4. Versicherungen: Auch bei Versicherungen, die vor dem 8. März 2020 abgeschlossen wurden, können die Kosten aufgeschoben werden. Das gilt allerdings nur für Pflichtversicherungen wie private Krankenvoll- und Pflegepflichtversicherung sowie die Kfz-Haftpflicht. In jedem Fall sollte der Versicherer kontaktiert werden. Bei nicht verpflichtenden Policen wie Lebens-, Hausrat- oder Berufsunfähigkeitsversicherung gilt das Gesetz nicht. Trotzdem bieten es manche Versicherer an. Daher einfach nach einer Stundung der Beiträge fragen.

5. Zusätzliche staatliche Hilfen: Trotz der Zahlungsaufschübe sollte sich kein Schuldenberg auftürmen. Daher empfiehlt die Verbraucherzentrale, sich möglichst schnell nach staatlichen Hilfen zu erkundigen, wenn sich die berufliche Situation ändert oder einem das Geld ausgeht. Erst mit dem Antrag kann überhaupt die Auszahlung beginnen. Dauert die Bewilligung etwas länger, gibt es meist rückwirkend Geld. Mögliche Leistungen:

- Kurzarbeitergeld

- Arbeitslosengeld bei Kündigung. Betroffene sollten sich bei der Agentur für Arbeit melden.

- Wohngeld, falls es nicht mehr für die Miete reicht. Bei der Gemeinde kann Folgendes beantragt werden:

- Aufstockungsleistungen nach SGB II / „Hartz IV“ kommen infrage, wenn kein Anspruch auf Arbeitslosengeld besteht. Beantragen können es Selbstständige, die in Not geraten, und Angestellte, die unterhalb der Grundsicherung verdienen. Ansprechpartner ist das Jobcenter.