Lokales

Stolz auf die eigenen Produkte

Freitag, 10. Dezember 2021 - 09:00 Uhr

von Claudia Hieby

Foto: SYSTEM

Gruppenleiterin Christine Bayer bessert die Kerzen aus.

Maria Veen. Adventszeit ist Kerzenzeit: In der Kerzen-Werkstatt des Benediktushofes haben die Beschäftigten und die Gruppenleiter deshalb alle Hände voll zu tun. Sie produzieren nicht nur für den hauseigenen Werkstattladen, sondern auch für externe Auftraggeber. Die erste Lieferung hat Gruppenleiterin Christine Bayer aus der Fördergruppe „Kreativ“ der Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) bereits in die Kreisstadt gebracht. Darunter weiße, rote und cremefarbene Kerzen in verschiedenen Größen und Formen. Außerdem Leuchtschalen, „Pommes rot weiß“ in Kerzenform und, eigens für Wilger gefertigte, „Bierkerzen Borkener Türmchen“. Der Lebensmittelhändler aus Borken möchte mit seinem Auftrag regionale Produkte sowie die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen unterstützen.

Kerzen auch regional gefragt

Für die Maria Veener „Kerzenmacher“ ist es ein toller Erfolg, dass ihre Produkte auch regional gefragt sind. Der Hofladen Te-Rhedebrügge in Rhedebrügge und das „Beton Werk Atelier“ in Dorsten beziehen ebenfalls seit einigen Monaten ihre Kerzen- und Wachsprodukte von hier.

In der Fördergruppe „Kreativ“ arbeiten Christine Bayer, Alexander Klüsener und Denise Abbenhaus. Sie betreuen und beschäftigen an fünf Tagen pro Woche zehn Frauen und Männer mit schweren Behinderungen. Die Herausforderung besteht darin, möglichst alle Beschäftigten in die Arbeitsabläufe der Kerzenproduktion einzubeziehen. Dabei haben sie immer das individuelle Leistungsvermögen der Beschäftigten, abhängig von der Art der jeweiligen Behinderung, genau im Blick. So wie bei Kathy Hinske. Die junge Frau lebt nach einem Unfall mit starken Beeinträchtigungen. An ihrem Arbeitsplatz kann sie trotz ihrer Einschränkungen verschiedenartige Kerzendochte in den jeweiligen Kunststoff-Formen befestigen und weiteren Arbeiten nachgehen.

Die Kerzenproduktion in der WfbM ist reine Handarbeit. Farben werden gemischt, Wachs erhitzt, eingefärbt, auf Platten gegossen und in Würfel geschnitten, Dochte in Formen befestigt, Wachswürfel in Formen gefüllt, mit heißem Flüssigwachs aufgegossen, damit sich die kleinen Kerzenwürfel verbinden. Es ist eine kleinteilige und insgesamt zeitaufwändige Arbeit. Je nach persönlicher Fähigkeit arbeitet ein Beschäftigter mit Behinderung rund eine Stunde an einer Kerze. Eine Gruppenleiterin mit Routine benötigt dafür zirka sieben bis acht Minuten.

„Es ist viel Arbeit, aber es lohnt sich“, sagt Christine Bayer. „Die Beschäftigten freuen sich über die Resonanz und sind stolz darauf!“ Und die Kunden wissen’s zu schätzen.

Foto: SYSTEM

Kerzen in Bierform sind in Borken ein Renner.