Das Wetter in
Borken
Heute
-4°/9°
Lokales

Suizidprävention wird digital

Freitag, 20. März 2020 - 09:00 Uhr

von Claudia Hieby

Foto: SYSTEM

Die Krisen-App.

Borken (hie). Die TelefonSeelsorge startet mit dem „KrisenKompass“ eine digitale Hilfe für Menschen in der suizidalen Krise. Die App, die es für iOS und Android gibt, richtet sich an drei Gruppen: Menschen in der suizidalen Krise, an Angehörige, Kollegen und Freunde, die unterstützen möchten sowie an Angehörige, die eine Person durch Suizid verloren haben.

„Um Menschen in einer Krise zu erreichen haben wir stark darauf geachtet, eine leichte Userführung einzubringen und leicht lesbare Texte verfasst“, so Dr. Stefan Schumacher, Projektleiter des KrisenKompass. In der App stehen Funktionen bereit, die auch in der Psychotherapie genutzt werden, wie zum Beispiel die Aufzeichnung von Stimmungen als Tagebuchfunktion oder das Anlegen eines Safety-Plans.

„Er kann in stabilen Momenten angelegt werden und ist sehr hilfreich, wenn man weiß, in der Krisensituation kann ich darauf zurückgreifen“, so Schumacher. Als Erste-Hilfe-Koffer für den Notfall kann man in der App außerdem persönliche Archive anlegen, um aufbauende Gedanken oder persönliche Fotos, Erinnerungen oder Lieder zu speichern. Erläuterungen von Entspannungstechniken sowie Kontakte für den Notfall wie TelefonSeelsorge und andere professionelle Anlaufstellen, geben konkrete Hilfestellungen für eine Krise.

Insgesamt ist die TelefonSeelsorge über vier Wege zu erreichen: Telefon, Mail, Chat und in einigen Städten auch vor Ort. Im Jahr 2019 wurden 932.100 Telefonate, 49.951 vor Ort- und 19.540 Chatgespräche geführt sowie 34.795 Mails geschrieben. Die Telefonnummern 0800/1110111 und 0800/1110222 sind gebührenfrei.