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„The Sixties and more“

Freitag, 17. Januar 2020 - 09:00 Uhr

von Dorothee Davin

Foto: SYSTEM

Linda Eastmann fotografierte zu Beginn ihrer Karriere auch ihren späteren Mann Paul McCartney.

Foto: Linda McCartney/Courtesy, Sammlung Reichelt und Brockmann

Oberhausen (dd). Als die Amerikanerin Linda Eastman (1941–1998) Mitte der 1960er Jahre zu fotografieren beginnt, gerät sie unmittelbar in die Musikszene. Bei einer Promotionparty der Rolling Stones in New York beginnt ihre ungewöhnliche Karriere.

Die Ludwiggalerie Oberhausen präsentiert ab morgen, Sonntag, 19. Januar, die Ausstellung „The Sixties and more“ mit Fotografien von Linda McCartney. Bis zum 3. Mai sind die Arbeiten dort zu sehen.

„Es waren die Zeiten, als Jimi Hendrix aus heiterem Himmel in mein Apartment geschneit kam und ich mit Jim Morrison in Chinatown zum Essen ging. Einmal kaufte ich mit Janis Joplin Erdnussbutter für ein mitternächtliches Festmahl, ein andermal kurvte ich mit Jackson Browne mit der U-Bahn durch die Stadt,“ so wird die Fotografin zitiert. Außerdem trifft sie die Beatles und damit ihren späteren Ehemann Paul. Sie beobachtet die Entstehung des berühmten Covers zu Abbey Road und gibt auch intimen Einblick in das Familienleben der McCartneys.

Aber vor allem ihre Bilder der großen Musikstars der späten 1960er Jahre prägen bis heute unser Bildgedächtnis dieser sich von moralischer Etikette befreienden Zeit. Janis Joplin und Jimi Hendrix, Nico und Brian Jones, The Doors und The Who, Aretha Franklin und Bob Dylan werden von ihr in selbstverständlicher Natürlichkeit und häufig auch mit großer Dynamik ins Bild gesetzt. .

Zusätzlich zu den Fotografien wird dem Thema der Musik und dessen bildkünstlerischer Ausformung intensiv nachgegangen. Die Gestaltung von Plattencovern, die sich ab der Mitte der 1960er Jahre ebenfalls grundlegend verändert, wird in einem eigenen Ausstellungsbereich vorgestellt. Ikonische Designs wie Hipgnosis „The Dark Side of the Moon“ für Pink Floyd, Klaus Voormanns „Revolver“ für die Beatles oder Andy Warhols „Sticky Fingers“ für die Rolling Stones haben heute Kultstatus. Ein eigens für die Ausstellung zusammengestellter Soundwalk ermöglicht den Besucherinnen und Besuchern auch musikalisch in die Zeit der Sechzigerjahre einzutauchen.

Linda McCartney hat auf all ihren Reisen die Kamera mit dabei gehabt. Ihre Roadworks zeigen ausdrucksvoll die Beobachtungen von Menschen und Räumen. Immer wieder ist es der Blick in den Rückspiegel, der fasziniert hat. Und schließlich ist McCartney auch im experimentellen Bereich kreativ geworden. Ihre Sunprints zeigen durch das Tageslicht, durch die Sonne, belichtete Bilder, die vom Stillleben bis zum Porträt reichen.

Die Ausstellung wurde erarbeitet mit Fotografien aus der Sammlung Ina Brockmann und Peter Reichelt, die Anfang der 1990er Jahre ihre Kollektion in Kooperation mit Linda McCartney zusammengestellt haben.

Alle weiteren Informationen zur Ausstellung, zum Rahmenprogramm mit Führungen sowie den Öffnungszeiten gibt es im Internet unter www.ludwiggalerie.de.


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