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Tief-schwarze Komödie

Mittwoch, 22. Januar 2020 - 09:00 Uhr

von Dorothee Davin

Foto: Loredana La Rocca

Die Kulturgemeinde zeigt den Dürrenmatt-Klassiker „Die Physiker“. Foto: Loredana La Rocca

Borken (dd). Dürrenmatts „Die Physiker“ ist ein Klassiker der Weltliteratur und vor allem eine tief-schwarze Komödie, bei der einem das Lachen nicht selten im Halse steckenbleibt – und dies auch noch 40 Jahre nach der Uraufführung. Die Kulturgemeinde zeigt das Stück am Dienstag, 11. Februar, um 20 Uhr in der Stadthalle Vennehof.

Angesichts immer schnelleren technologischen Fortschritts einerseits und steigender internationaler Spannungen so-wie der Erosion von Abkommen zur Kontrolle atomarer Aufrüstung andererseits, gewinnt das Lebensgefühl, das sich in „Die Physiker“ spiegelt, eine erschreckende Aktualität.

Zum Inhalt: In dem beschaulichen Schweizer Sanatorium Les Cerisiers werden zwei Krankenschwestern ermordet, angeblich erdrosselt von ihren Patienten. Auf den ersten Blick erscheinen diese durchaus harmlos: Der eine hält sich für Albert Einstein, der andere für Sir Isaac Newton und dem dritten – Johann Wilhelm Möbius – erscheint der König Salomon. Doch unter den Augen des mit dem Fall betreuten Inspektors Voß offenbart sich immer deutlicher, dass hier nichts so ist, wie es scheint. Möbius beispielsweise ist nicht etwa ein „Irrer“, sondern ein brillanter Physiker, der die „Weltformel“ entdeckt hat. Weil aber deren Anwendung katastrophale Folgen für die Menschheit haben würde, versteckt er sich im Irrenhaus, in der Hoffnung, sein Wissen vor der Welt zu verheimlichen. Doch wie lange kann einmal Gedachtes tatsächlich verborgen bleiben? Mathilde von Zahnd, die missgestaltete Besitzerin und Chefärztin des Irrenhauses, hat bereits Kopien der Aufzeichnungen Möbius‘ erstellt und will mit der Formel nun die Weltherrschaft erringen.

„Eine Geschichte ist dann zu Ende gedacht, wenn sie ihre schlimmste mögliche Wendung genommen hat“, so schreibt Friedrich Dürrenmatt in seinen „21 Punkte[n] zu den Physikern“, und genau nach diesem Prinzip exerziert er die Geschichte in seiner von ihm so untertitelten „Komödie in zwei Akten“ unbarmherzig durch.

Weitere Informationen gibt es unter www.die-kulturgemeinde.de. Eintrittskarten sind in der Vorverkaufsstelle der Kulturgemeinde, Tourist-Info Borken, Neutor 5, Telefon 02861/939252 oder 02861/ 7584 erhältlich.