Garten

Toskana oder Prärie?

Freitag, 7. Mai 2021 - 07:00 Uhr

von Claudia Hieby

Foto: SYSTEM

Für einen Garten wie aus der Prärie sind robuste Gräser und Blühstauden wesentlich. Fotos: BGL

Borken (hie). Reisen sind aktuell kaum möglich. Umso mehr sehnen sich die Menschen danach. Reiseberichte im Fernsehen und Fotoalbum können diese Sehnsucht nur bedingt stillen. Wie wäre es, stattdessen den eigenen Garten so zu gestalten, dass der Traum vom Urlaubsfeeling hier wahr wird?

Lieblingsreiseziel: hinter dem Haus

„Gestalterische Möglichkeiten sind vielfältig und je nach persönlichen Vorlieben und Lage, Topographie, Licht und Boden kann man sich das Flair des Lieblingsreiseziels auch nach Hause holen,“ meint Achim Kluge vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) e.V.

Wenn ein spezielles Motiv die Gestaltung des Grundstücks beeinflusst und lenkt, spricht man von einem Themengarten. Von der Konzentration auf eine bestimmte Farbe oder Pflanzenart bis zur Fokussierung auf eine Region oder ein ganzes Land: Varianten gibt es viele. Dabei geht es weniger darum, Mitbringsel aus dem Urlaub aufzustellen. Vielmehr erschaffen Landschaftsgärtner mit einer geschickten Pflanzenauswahl und -anordnung das authentische Bild einer Landschaft. Auch (landes-)typische Materialien und entsprechende Farben für Wege, Mauern oder Terrasse spielen eine entscheidende Rolle.

Nordamerika oder doch lieber Italien?

Für einen Garten wie aus der Prärie sind robuste Gräser und Blühstauden wesentlich. Typische Arten und Sorten gibt es sowohl für sandigen Untergrund als auch für eher lehmige Standorte. Hier empfehlen sich Rutenhirse (Panicum virgatum), Reitgras (Calamagrostis acutiflora), Raublatt-Aster (Aster novae-angliae) und Purpurdost (Eupatorium purpureum). Die Pflanzen werden möglichst natürlich angeordnet, sodass sie die wilde Natur des nordamerikanischen Kontinents nachspüren lassen.

Wer sich eher die Toskana hinter das Haus wünscht, sollte stattdessen auf mediterrane Pflanzen setzen. Gut geeignet sind Kräuter und Duftpflanzen wie Rosmarin, Thymian oder Salbei. Dazwischen ragen schlanke Gehölze in den Himmel, die an Zypressen erinnern. Neben Pflanzen geben Natursteinplatten, Terrakottafliesen und Kieswege dem Garten südländisches Flair.

Licht- und Bodenverhältnisse beachten

Für welchen Themengarten man sich entscheidet, hängt nicht nur vom eigenen Geschmack ab. Darüber hinaus spielen auch die Lichtverhältnisse vor Ort und die klimatischen Ansprüche der Pflanzen eine wesentliche Rolle. „Aufgrund des Klimawandels sind die Durchschnittstemperaturen auch hierzulande gestiegen. Dennoch sollte man nicht dem Irrtum aufsitzen, wir hätten mittlerweile klimatische Bedingungen wie am Mittelmeer“, so Achim Kluge vom BGL. Ebenso wichtig ist die Bodenbeschaffenheit. Zwar ist mit professioneller Bearbeitung fast alles möglich. Dennoch ist es empfehlenswerter, bei der Planung die natürlichen Begebenheiten zu nutzen.

Am besten holt man sich von Anfang an einen Landschaftsgärtner mit ins Boot. Der Profi kann fachlich dazu beraten, was auf dem eigenen Grundstück umsetzbar ist, welche Pflanzen dort am besten wachsen und wie man ein möglichst authentisches Gartenbild schafft. Weitere Informationen auf www.mein-traumgarten.de.

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Wer sich mediterranes Flair hinter dem Haus wünscht, sollte auf Kräuter und Duftpflanzen setzen, wie Lavendel, Rosmarin oder Thymian.