Ruhrgebiet

„Utopie und Unruhe“

Freitag, 9. April 2021 - 09:00 Uhr

von Claudia Hieby

Foto: SYSTEM

Ulrich Matthes und Wolfram Koch sind vom 7. bis 9. Mai als „Don Quijote“ und Sancho Panza in Recklinghausen zu Gast. Foto: Arno Declair

Recklinghausen (pd/hie). Ein Live-Festival, das sich mit hybriden und digitalen Elementen an die dynamische Pandemiesituation anpasst - so wollen die Ruhrfestspiele in ihrem 75. Jahr ihr Publikum erreichen. Unter dem Titel „Utopie und Unruhe“ hat Intendant Olaf Kröck ein facettenreiches Programm mit 90 Produktionen und rund 210 Veranstaltungen auf die Beine gestellt, das vom 1. Mai bis zum 20. Juni im Ruhrfestspielhaus und an unterschiedlichen Orten in der Stadt in Szene gesetzt wird. Unter anderem wird erstmals das Stadion Hohenhorst bespielt.

Das Konzept ist bewusst flexibel: An erster Stelle steht das Live-Erlebnis vor Ort, mit reduzierter Platzzahl, Maskenpflicht und weiteren Maßnahmen. Ergänzend können einige Veranstaltungen live gestreamt oder durch eine komplett digitale Variante ersetzt werden. Zwei Gastspiele sind ausschließlich als Stream geplant, die Künstler sind nicht vor Ort.

Zur feierlichen Eröffnung am 2. Mai spricht Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ein Grußwort. Die Eröffnung ist zurzeit als hybride, d.h. als Live- und digitale Veranstaltung geplant, und wird, wenn nötig, auch komplett digital stattfinden können. Auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet wird ein Grußwort sprechen. Auf dem Eröffnungsprogramm steht dann die Deutschlandpremiere „Die Seidentrommel. Ein modernes Nō-Spiel“.

Insgesamt sind zwei Uraufführungen, sieben Deutschlandpremieren, eine Premiere und eine Eigenproduktion in Koproduktion mit den Münchner Kammerspielen geplant. Uraufgeführt wird zum Beispiel das dokumentarische Porträt von drei Frauengenerationen aus Arbeiterfamilien im Ruhrgebiet und in Niederschlesien „Arbeiterinnen / Pracujące kobiety“.

Neben Schauspiel präsentieren die Ruhrfestspiele auch wieder Tanz, Literatur, Ausstellungen und Kunstprojekte, Neuen Zirkus, Musik, Kabarett und Dialoge. Auch das junge Publikum hat sein eigenes Programm. Beteiligt sind im Jubiläumsjahr mehr als 650 Künstlerinnen und Künstler aus rund 20 verschiedenen Ländern. Zu den prominenten Gästen auf der Bühne gehören Corinna Harfouch, Ulrich Matthes, Wolfram Koch, Sophie Rois und Lars Eidinger. Musikalische Gäste sind unter anderem Helge Schneider, Chilly Gonzales, die Tiger Lillies und Jan Plewka.

Der Vorverkaufsstart für die 75. Ruhrfestspiele wurde auf den 19. April verschoben. Alle Informationen, Änderungen und das Programm stehen unter www.ruhrfestspiele.de.