Münsterland

Vorbild für junge Mädchen

Freitag, 9. Juli 2021 - 09:00 Uhr

von Claudia Hieby

Foto: Sven Marquardt

Tabea Thier gehört zu den „Vorbildfrauen im Münsterland“.

Münsterland (hie). Tabea Thier ist 22 Jahre jung und weiß bereits genau, wo ihr beruflicher Lebensweg sie einmal hinführen wird. Als gelernte Kfz-Lackiererin hat sie schon mit 20 Jahren die Meisterprüfung absolviert und damit ein großes Ziel ihrer Pläne erreicht. Doch auf die junge Münsteranerin warten noch weitere berufliche Schritte: In wenigen Jahren wird sie das Familienunternehmen, eine Kfz-Werkstatt in Münster, fortführen.

Als Frau, die in einem noch immer männerdominierten Beruf tätig ist, ist Tabea Thier Teil der Reihe „Vorbildfrauen im Münsterland“ des Kompetenzzentrums Frau & Beruf Münsterland. Hier werden Frauen begleitet und vorgestellt, die mit ihrem beruflichen Lebensweg für Vielfalt in der Arbeitswelt stehen und insbesondere jungen Mädchen ein Vorbild sein können. Ein Gespräch:

Stand schon immer fest, dass es für dich in eine handwerkliche Richtung gehen soll?

Tabea: Ja auf jeden Fall. Einerseits lagen meine Interessen einfach in diesen Bereichen, andererseits hat es mich auch gereizt, als Frau ein Statement zu setzen. Es macht mir Spaß zu zeigen, dass man auch als Frau in einem handwerklichen Beruf arbeiten kann.

Wurdest du denn zu Schulzeiten gut in der Berufsfindung unterstützt?

Tabea: Grundsätzlich gab es schon gute Maßnahmen zur Berufsorientierung wie zum Beispiel mehrwöchige Praktika. Ich hätte mir gewünscht, dass es noch mehr Angebote gegeben hätte, um uns Mädchen auch technische und handwerkliche Berufe näher zu bringen. Mädchen wurden beispielsweise etwas mehr in Richtung des Friseurhandwerks oder ähnlichem „gedrängt“ als die Jungs.

Gibt es Themen, die dir beruflich sehr am Herzen liegen?

Tabea: Im Großen und Ganzen geht es darum, den Kunden oder die Kundin glücklich zu machen. Das ist jederzeit mein oberstes Ziel. Ein anderes Thema, das mir sehr wichtig ist, bezieht sich eher auf das Image des Handwerks. Ich finde es schade, dass es immer wieder Leute gibt, für die Handwerk schmutzige Arbeit ist. Es gibt immer noch Jugendliche, die sich durch Vorurteile davon abhalten lassen, einen Beruf im Handwerk auszuüben.

Welche beruflichen Ziele oder Pläne hast du noch?

Tabea: Eigentlich habe ich mit der Meisterprüfung mein größtes Ziel bereits erreicht. Aber natürlich ist es mein nächstes größeres Ziel, die Unternehmensführung gut zu übernehmen, wenn mein Vater in Rente geht

Was würdest du anderen Frauen oder Mädchen mit auf den Weg geben, die mit dem Gedanken spielen, eine Ausbildung als Fahrzeuglackiererin zu machen?

Tabea: Man sollte keine Angst davor haben, in einem männerdominierten Beruf tätig zu werden. Es sind Berufe wie jede anderen auch. Als Fahrzeuglackiererin arbeitet man viel mit den Händen und kann etwas gestalten. Es gibt viele Möglichkeiten zur persönlichen, individuellen Weiterentwicklung. Eine Weiterbildungsoption wäre zum Beispiel die Technik Air-Brush. Das Handwerk ist sehr vielseitig, das sollte genutzt werden.

Das Interview in kompletter Länge ist über das Kompetenzzentrum Frau & Beruf Münsterland abrufbar.