Lokales

Vortritt für pflegende Angehörige

Freitag, 26. März 2021 - 09:00 Uhr

von Claudia Hieby

Foto: SYSTEM

Gelungen Telefonaktion: Die Experten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung konnten viele Fragen unserer Leserinnen und Leser beantworten.

Borken (hie). Viele Leser meldeten sich bei unserer Telefonaktion, um sich persönlich zur Corona-Schutzimpfung beraten zu lassen. Hier ein Überblick über die Fragen und dazu die Antworten des Expertenteams der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA):

Worauf sollte ich nach der Impfung mit AstraZeneca achten?

Sie sollten sich sofort an einen Arzt wenden, wenn Sie vier bis 16 Tage nach der Impfung – also nach Abklingen der üblichen Impfreaktionen – Symptome wie Kurzatmigkeit, Unterleibs- oder Brustschmerzen oder Schwellungen in Armen oder Beinen entwickeln. Auch bei starken oder anhaltenden Kopfschmerzen oder punktförmigen Hautblutungen sowie bei halbseitigen Lähmungen, Gefühlsstörungen, Sprachstörungen oder epileptischen Anfälle sollten Betroffene sofort einen Arzt konsultieren.

Was sind die üblichen Impfreaktionen nach einer Impfung mit AstraZeneca?

Die Reaktionen nach der Impfung gleichen im Wesentlichen denen anderer Corona-Impfstoffe: Schmerzen an der Einstichstelle, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, erhöhte Temperatur oder Fieber. Impfreaktionen treten kurz nach der Impfung auf und halten nur wenige Tage an.

Welcher Abstand ist optimal zwischen den Impfungen?

Zwischen Erst- und Zweitimpfung sollen nach der aktuellen Impfverordnung bei BioNTech und Moderna möglichst 6 Wochen und bei AstraZeneca möglichst 12 Wochen liegen. Damit wird die Effektivität der Impfstoffe gewährleistet. Gleichzeitig hilft dies, so viele Menschen wie möglich mit einer ersten Impfdosis zu versorgen.

Mein Vater hat Pflegegrad drei. Ich pflege ihn zu Hause. Kann ich deshalb früher geimpft werden?

Ja, es können bis zu zwei enge Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen, die zu Hause versorgt werden, geimpft werden. Eine Voraussetzung ist, dass die Pflegebedürftigen älter als 70 Jahre sind.

Warum soll man sich impfen lassen? Das Virus lässt sich doch auch mit sehr strengen Kontaktbeschränkungen aushungern.

Auch bei strengen Kontaktbeschränkungen findet das Virus offensichtlich immer wieder Möglichkeiten sich zu verbreiten,. Mit der Impfung lässt sich eine flächendeckende Immunisierung der Bevölkerung erreichen. Man geht davon aus, dass die Übertragung des Corona-Virus so sehr verringert wird und die Pandemie vorübergeht, wenn etwa 70 Prozent immun sind. Je mehr Menschen geimpft werden, desto weniger erkranken und umso weniger Chancen hat das Virus, Mutationen zu entwickeln.

War die Corona-Impfung nutzlos, falls später noch eine ganz neue Mutation auftaucht?

Das war sie ganz bestimmt nicht. Es gab ja bereits einige Mutationen. Nach aktuellem Stand beeinträchtigt die vor allem auftretende britische Variante die Wirksamkeit der Impfstoffe kaum. Bei den seltener auftretenden Varianten aus Südafrika und Brasilien könnte die Wirksamkeit verringert sein. Dies muss noch weiter untersucht werden. Es gibt aber Hinweise, dass schwere COVID-19-Verläufe trotzdem verhindert werden können.

Wird man sich vielleicht jedes Jahr gegen Corona impfen lassen müssen, so wie gegen die Grippe?

Das ist noch nicht geklärt und wird im Rahmen der klinischen Prüfungen weiter untersucht.

Nebenwirkungen können ja auch erst nach der Zulassung auftreten. Werden die noch beachtet?

Mit der Zulassung endet die Nachbeobachtung nicht. Sie soll über einen Zeitraum von bis zu zwei Jahren weitergeführt werden - auch um die Dauer der Wirksamkeit der Impfung beurteilen zu können. Generell gilt aber für COVID-19-Impfstoffe wie für alle anderen neuen Impfstoffe, dass zum Zeitpunkt der Zulassung nicht alle potenziellen oder sehr seltenen Nebenwirkungen erfasst sein können. Aus diesem Grund werden Impfstoffe auch nach der Zulassung überprüft.

Falls es mir nach der Impfung nicht gut geht, kann ich mich an meinen Hausarzt wenden, auch wenn er mich nicht geimpft hat?

Ja, das können Sie. Bleiben Sie mit Ihrem Hausarzt im Austausch. Für die Bewertung der Nebenwirkungen, einer möglichen Diagnose und Folgebehandlung ist er weiterhin Ihr Ansprechpartner, auch wenn er Sie nicht geimpft hat. Ärzte und Apotheker sind zur Weitergabe der Information an das Paul-Ehrlich-Institut verpflichtet. Wenn Sie möchten, können Sie Nebenwirkungen auch direkt beim Paul-Ehrlich-Institut über die Webseite www.nebenwirkungen.bund.de oder über die die App des Paul-Ehrlich-Instituts SafeVac 2.0 melden.

Informationen der BZgA zum Corona-Virus und zur Corona-Schutzimpfung finden Sie unter:

www.infektionsschutz.de/coronavirus/

Bundesweite Servicenummer: 116 117

Beratungstelefon der BZgA unter der kostenlosen Rufnummer 0800-2322783

(Mo-Do 10-22 Uhr, Fr-So 10-18 Uhr.)