Lokales

Wenn jede Sekunde zählt

Freitag, 30. April 2021 - 07:30 Uhr

von Claudia Hieby

Foto: SYSTEM

Die App ist leicht herunterzuladen.

Kreis Borken (hie). Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zählt jede Sekunde: Die Zeit zwischen dem Eintreten des lebensbedrohlichen medizinischen Notfalls bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes sollte daher so kurz wie möglich sein. Um dies zu erreichen hat der Kreis Borken nun die App-unterstützte Ersthelferalarmierung „Corhelper“ eingeführt.

Im Westmünsterland gibt es viele Bürgerinnen und Bürger, die eine medizinische Qualifikation haben und bereit sind, in einer Notfallsituation zu helfen. Genau an diesen Personenkreis richtet sich die App: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Rettungsdienstes, der Feuerwehren, der Hilfsorganisationen oder auch ärztliches und Pflegepersonal und viele mehr, die eine Qualifikation von mindestens 24 Stunden vorweisen können. Sie werden im Ernstfall zu sogenannten „Corhelpern“.

So funktioniert die Ersthelfer-App „Corhelper“:

Herz-Kreislauf-Stillstand – der Notruf wird gewählt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Leitstelle alarmieren den Rettungsdienst, parallel dazu – falls verfügbar – zwei Corhelper über die App. Dabei werden unmittelbar in der Nähe befindliche Ersthelfer durch die GPS-Komponente ihres Smartphones geortet und anhand eines massiven Alarm-Tons auf den Notfall hingewiesen. Wird der Einsatz durch den Ersthelfer angenommen, bekommt er per App die für den Einsatz erforderlichen Daten übermittelt und wird zum Einsatzort navigiert.

„Corhelper sind sehr oft schneller als der Rettungsdienst vor Ort und können in der Zeit bis zu dessen Eintreffen qualifizierte lebensrettende Maßnahmen durchführen“, sagt Hanjo Groetschel, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst des Kreises Borken. Das therapiefreie Intervall so kurz wie möglich zu halten, verbessere die Überlebenschancen des Patienten enorm. Vor Ort unterstützt die App bei Bedarf mit Handlungsanweisungen bei der Reanimation.