200. Blutspende „für Menschen in Not“: Aloys Eiting, der von Eduard Spiekermann vom Blutspendedienst West behandelt wird.
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Von Horst Andresen
Borken/Bocholt. Das ist außergewöhnlich: Der Bocholter Aloys Eiting (81) hat beim DRK-Stadtverband Bocholt zum 200. mal Blut gespendet. Diese hohe Spenderzahl würdigten Rotes Kreuz und der Blutspendedienst besonders.
Eiting – in Borken aufgewachsen, ehemals Chef der Stadtsparkasse Bocholt und ehrenamtlich Präsident des DRK-Kreisverbandes Borken – bedankte sich für die Ehrung. Sein Leitsatz: Wenn er nach einem Notfall Blut zur Verfügung gestellt bekomme, wolle er auch sein eigenes Blut anderen Menschen zur Verfügung stellen. Eiting: „Nach jeder Spende habe ich ein gutes Gefühl.“
Schweren Unfall auf dem Weg ins Stadion überlebt
1963, mit 18 Jahren, begann er in Borken zu spenden. Zwei Jahre später überlebte der gebürtige Marbecker einen schweren Autounfall als einziger Insasse; sein Bruder und zwei Freunde sowie ein weiterer Unfallbeteiligter kamen dabei in der Nähe von Erle ums Leben – auf dem Weg zu einem Fußballspiel. „Danach war für mich klar, anderen mit meinen Blutspenden helfen zu wollen.“
Aloys Eiting spendet immer noch mehrmals im Jahr. Zu Beginn seien anfangs nur zwei Spenden jährlich möglich gewesen. Zwischenzeitlich war mit 70 Jahren Schluss, bis per Gesetz diese Altersbegrenzung aufgehoben wurde. Das war auch für den Bocholter wichtig. „Ich fühle mich mit meinen 81 Jahren nach wie vor sehr gut. Blut zu spenden ist ein tolles Gefühl und damit anderen in Notsituationen helfen zu können.“ Blutspenden sei auch gesundheitsfördernd, wirbt der Bocholt für die gute Sache: „Das Blut erneuert sich, und man spürt eine gewisse Frische. Jedenfalls ist das bei mir der Fall.“
Der Blutspendedienst ruft zum Blutspenden auf
In Deutschland werden pro Tag 15.000 Blutspenden benötigt, um alle Patienten zu versorgen. Der Großteil der Spenden wird für Krebspatienten (19 Prozent aller Blutspenden) benötigt. 16 Prozent werden bei Herzerkrankungen und die gleiche Menge bei Magen-Darm-Erkrankungen gebraucht. Zwölf Prozent der Blutkonserven gehen an Unfallopfer.
Männer dürfen sechsmal im Jahr Vollblut spenden (alle 58 Tage), Frauen viermal im Jahr, wobei zwischen zwei Spenden acht Wochen liegen müssen.
Der Blutspendedienst West (Patientenversorgung für NRW, Rheinland-Pfalz und Saarland) bietet jährlich rund 13.000 Blutspendetermine an und kann damit jährlich rund 800.000 Blutkonserven gewinnen.
2025 hat der in Münster ansässige Blutspendedienst beim DRK-Stadtverband in Bocholt 1.787 Vollblutkonserven gewinnen können. Im Jahr 2024 waren es 1.835 Vollblutspenden – der Trend ist rückläufig.
Alle Termine in Borken und der Region online
Im gesamten Kreis Borken und somit auch in Borken und den umliegenden Orten werden laufend Blutspenden angeboten. Die DRK-Ortsvereine stellen ehrenamtliche Teams, die meist seit Jahren zusammenarbeiten. In Bocholt sind es derzeit 21 Personen, in Borken noch weitaus mehr. Alle Termine können in der Blutspendedienst-App oder unter www.blutspende.jetzt eingesehen werden. Allgemein ist durch den demografischen Wandel ein kontinuierlicher, leichter Rückgang der Blutspenden zu beobachten. Zeitgleich werden mehr Konserven benötigt. Das DRK appelliert: „Jeder, der sich gesund fühlt und gesund ist, wird dazu aufgerufen, Blut zu spenden.“