Lokales

„Ein Hof, mein Vater und der Krieg“

03.09.2026

„Ein Hof, mein Vater und der Krieg“

Gemen. Der Borkener Autor Bernhard Lensing liest am Freitag, 18. September, um 19 Uhr im KulturRaum³, Röwekamp 14, aus seinem Buch „Ein Hof, mein Vater und der Krieg. Nationalsozialismus am Niederrhein“.

In seiner 2025 erschienenen Familiengeschichte nimmt Lensing die Leserinnen und Leser mit auf den elterlichen, gutsähnlichen Hof in Emmerich-Hüthum am Niederrhein zur Zeit der nationalsozialistischen Diktatur. Bereits im Alter von 20 Jahren erbte Lensing den überschuldeten elterlichen Hof, den er vier Jahre später verkaufen musste. Mit dem Hof übernahm er auch ein umfangreiches Archiv. Auf Grundlage dieser Zeitdokumente und ausführlicher Archivforschungen zeichnet der Autor nicht nur die Geschichte seiner eigenen Familie nach. Er beschreibt auch, wie die Bauern am Niederrhein nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933 im Reichsnährstand schrittweise gleichgeschaltet wurden und welche tiefen Spuren der Zweite Weltkrieg in der Region hinterließ. Dabei setzt sich Lensing auch kritisch mit der Rolle seiner eigenen Familie auseinander. Die Erkenntnis, dass seine Eltern die NS-Diktatur widerstandslos hinnahmen und sich in Briefen und Ansprachen der Sprache der Nationalsozialisten bedienten, obwohl sie selbst keine überzeugten Nationalsozialisten waren, beschäftigt den Autor besonders.

„Ein Hof, mein Vater und der Krieg“