Lokales

Heller, größer, schöner

08.03.2026

Birgit Menslage-Blum (r.) und drei ehrenamtliche Mitarbeiterinnen der Klamotte vor den neuen neuen Regalen. Foto: hie

Birgit Menslage-Blum (r.) und drei ehrenamtliche Mitarbeiterinnen der Klamotte vor den neuen neuen Regalen. Foto: hie

Borken. Nach zwei Wochen Umbaupause hat der Secondhand-Laden Klamotte an der Raiffeisenstraße wieder geöffnet – und die Reaktionen der Kundinnen und Kunden am Montagmorgen sprechen Bände. „Es wirkt alles viel ordentlicher, heller und luftiger!“ war häufiger zu hören.

„Dank einer Regal-Spende der Remigius-Bücherei in Borken konnten wir alles neu strukturieren und zusätzlichen Platz schaffen“, erklärt Birgit Menslage-Blum von der Diakonie. Die alten Regale hatten in den vergangenen Jahren zunehmend Probleme bereitet – sie waren wacklig und gaben mit ihrem bunten Sammelsurium aus verschiedenen Möbelstücken ein eher unruhiges Bild ab. Nun sorgt einheitliches Mobiliar für Ordnung und eine angenehme Einkaufsatmosphäre.

Damit die neuen Regale auch zur Kleidung und zu den Waren der Klamotte passten, mussten sie zunächst angepasst werden. „Die Regalböden waren ja ursprünglich für Bücher gedacht – sie mussten umgedreht und auf die neue Nutzung abgestimmt werden“, berichtet Menslage-Blum. Eine Mitarbeiterin fragte kurzerhand ihren Mann, ob er beim Umbau helfen könne – und schon wurde gemeinsam angepackt. „Alle haben Hand in Hand gearbeitet, es war unglaublich unkompliziert“, lobt die Koordinatorin.

Auch für frische Farbe war gesorgt: Ehrenamtliche strichen die Wände, räumten auf und nutzten die Gelegenheit, einmal gründlich sauberzumachen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen – modern, freundlich und ordentlich.

Neben Kleidung gibt es in der Klamotte übrigens auch Bücher, Spiele und Schuhe – letztere teils sogar als Neuware. „Wir erhalten regelmäßig Spenden von einem Schuhgeschäft, worüber wir uns sehr freuen“, sagt Menslage-Blum.

Besonders wichtig sei, dass Spenden tragbar, sauber und gut erhalten sind. „Die Klamotte ist keine Entsorgungsstelle“, betont sie. Gesucht werden aktuell vor allem Haushaltswaren, Handtücher, Bettwäsche und Sommerkleidung.

Doch die Klamotte ist weit mehr als nur ein Laden. Für viele ist sie ein sozialer Treffpunkt. Stammkundinnen und Stammkunden kommen oft an festen Tagen vorbei, kennen die Ehrenamtlichen längst persönlich – und genießen das Miteinander. „Für manche Menschen ist dieser Besuch fester Bestandteil ihres Wochenrhythmus“, erzählt Menslage-Blum.

Eine ältere Stammkundin, die zur Wiedereröffnung vorbeikam, sagte lächelnd: „Morgens halte ich es zu Hause gar nicht mehr aus – ich komme lieber her. Hier finde ich immer etwas Schönes, vielleicht ein Buch oder ein Spiel für meine Enkel. Es ist ein bisschen wie Schatzsuche.“ Auch das Thema Nachhaltigkeit spielt eine große Rolle. „Jeder kann hier einkaufen, denn nachhaltiges Denken betrifft uns alle“, so Menslage-Blum. Sie selbst trage seit jeher Secondhand-Kleidung. „Die Sachen sind einfach zu schade, um sie wegzuwerfen – sie haben doch noch Wert.“

Die Klamotte ist ab sofort wieder zu den gewohnten Zeiten geöffnet: montags von 9 bis 11 Uhr, dienstags bis donnerstags von 9 bis 12 Uhr sowie donnerstags zusätzlich von 14 bis 16 Uhr.