Lokales

Käfer, Kamera, Kunstwalze

08.03.2026

Der Künstler Garvin Dickhoff wird bei seiner Aktion „DisCover“ Skulpturen und Brunnen in der Innenstadt verfremden. Auf dem Foto ist eine frühere Aktion in Emsdetten zu sehen. Foto: Eike Brünen

Der Künstler Garvin Dickhoff wird bei seiner Aktion „DisCover“ Skulpturen und Brunnen in der Innenstadt verfremden. Auf dem Foto ist eine frühere Aktion in Emsdetten zu sehen. Foto: Eike Brünen

Borken. Nach den Osterferien beginnt im Museum im FARB die letzte Ausstellungsphase des Stadtjubiläums. Mehrere Bürgerprojekte stehen bis zum Sommer auf dem Programm und zeigen, wie vielfältig sich die Menschen in Borken mit Stadtgeschichte und Zukunft auseinandersetzen.

Den Auftakt macht ab 17. April die Ausstellung „Borken gestern. Heute. Morgen – Borken neu entdecken“. Vier Schulen präsentieren dort ihre Projektarbeiten zum Jubiläum. Die Schülerinnen und Schüler haben sich auf ganz unterschiedliche Weise mit ihrer Stadt beschäftigt – mit Plänen zur Begrünung und Entsiegelung, farbenfrohen Collagen und archäologischen Projekten.

Ab 29. Mai folgt die Sonderausstellung „Borken fragil – Bilder von Zerbrechlichkeit und Wandel“. Rund 40 großformatige Fotografien zeigen, wie sich Borken verändert – im Stadtbild, in der Natur, im Blick der Menschen. Entstanden sind eindrucksvolle Momentaufnahmen heimischer Fotografinnen und Fotografen.

Zum Abschluss der Jubiläumsausstellungen kehren im Juni die „800 Käfer für Borken“ zurück. Das farbenfrohe Projekt mit 800 individuell gestalteten Borkenkäfern steht für die Vielfalt und Kreativität der Stadtgesellschaft.

Ein besonderer Höhepunkt des Jubiläumsjahres wird das Programm „Kunst und Jubiläum“ im öffentlichen Raum. Das FARB lädt dazu mehrere Künstlerinnen und Künstler ein, die Stadt selbst zur Ausstellungsfläche zu machen. Am 19. und 20. Juni wird der Bochumer Künstler Garvin Dickhoff mit seiner Aktion „DisCover“ Skulpturen und Brunnen in der Innenstadt verfremden. Mit Bauklötzen, Materialkontrasten und Beteiligung der Passantinnen und Passanten werden bekannte Kunstwerke wie die „Igelgruppe“ oder der De-Wynen-Brunnen vorübergehend „eingemauert“ – ein spielerischer Eingriff, der dazu einlädt, Gewohntes neu zu sehen. Inspiration liefert dabei ein Zitat von Robert Musil: „Es gibt nichts auf der Welt, was so unsichtbar wäre wie Denkmäler.“

Nur eine Woche später folgt die Performance „Grund und Borken“ des Künstlerduos Ruppe Koselleck und Susanne von Bülow. Ihre spektakuläre „Planierwalzenpromenade“ führt am 27. Juni vom Bahnhof bis zum Markt. Mithilfe einer Planierwalze, Pigmenten und Büttenpapier schaffen sie Kunstwerke direkt auf dem Boden der Stadt – wortwörtlich. Dabei entstehen farbige Prägedrucke, die die Struktur des Borkener Untergrunds sichtbar machen. Ihr Wert wird augenzwinkernd am örtlichen Bodenrichtwert bemessen. Begleitet wird die Aktion von einer Ausstellung und einer „performativen Bodenrichtwertanalyse“ am 28. Juni im FARB.