Aufgepasst: Es gibt sehr viele giftige Pilze, die den essbaren Exemplaren ähneln. Die Unterscheidung ist für unerfahrene Pilzsucher nicht immer einfach. Foto: AOK/Colourbox/hfr.
Münsterland. Bei der Suche nach essbaren Pilzen liegen Glück und Leid sehr nahe beieinander. Genau jetzt sind die Wälder im Kreis Borken und Umgebung ein wahres Paradies für die essbaren Waldschätze – doch genau darin liegt die Gefahr. Denn je mehr Pilze es gibt, desto größer ist auch das Risiko von Verwechselungen. Ein Fehlgriff kann dabei zu lebensbedrohlichen Vergiftungen führen.
Nach Aussagen der Informationszentrale gegen Vergiftungen am Universitätsklinikum Bonn steigt die Zahl der Pilzvergiftungen insbesondere in den feuchten Sommer- und frühen Herbstmonaten spürbar an. „Bereits jetzt gibt es sehr viele giftige Pilze, die den essbaren Exemplaren ähneln. Die Unterscheidung ist für unerfahrene Pilzsucher nicht immer einfach und endet manchmal mit einer schweren Pilzvergiftung“, warnt AOK-Serviceregionsleiter Michael Faust.
Besonders tückisch ist der Knollenblätterpilz, der für die meisten tödlichen Pilzvergiftungen in Mitteleuropa verantwortlich ist. Unerfahrene Sammler verwechseln ihn nicht selten mit dem Champignon. Innerhalb von 24 Stunden kommt es häufig zu heftigem Erbrechen, starken Bauchschmerzen und Durchfall. Ein Kind kann schon nach dem Verzehr von kleinsten Mengen sterben. Insgesamt gibt es in Deutschland mehrere tausend Pilzarten, von denen rund 200 giftig sind. Die AOK NordWest warnt deshalb dringend davor, Pilze ohne Fachkenntnisse zu sammeln und zu verzehren.
Wer dennoch pilzen möchte, sollte auf ein gutes Bestimmungsbuch und die Anleitung durch Pilzsachverständige oder sehr erfahrene Sammler setzen. Gute Informationen bietet zudem die Deutsche Gesellschaft für Mykologie im Internet. „Wer nach dem Essen eines Pilzgerichts Übelkeit, Schmerzen, Schwindel oder Missempfindungen verspürt, sollte sofort einen Arzt aufsuchen oder gleich direkt in ein Krankenhaus gebracht werden“, so Faust. Wichtig: Den Pilz oder Reste davon unbedingt mitnehmen, um den „Übeltäter“ schnell identifizieren zu können. Alle Personen, die von der Pilzmahlzeit gegessen haben, sollten sich ebenfalls zur Sicherheit untersuchen lassen.
Sollte ein Pilz als giftig eingeschätzt werden, beraten die Experten der Informationszentrale gegen Vergiftungen am Universitätsklinikum Bonn rund um die Uhr unter der kostenfreien Rufnummer 0228/ 19240 über die weitere medizinische Behandlung. „Wir vermitteln bei Verzehr von bestimmten Mengen auch sofort Kontakt zu Pilzsachverständigen, die dann helfen, den verzehrten Pilz zu bestimmen“, informiert Petra Förster von der der Giftinformationszentrale Bonn. Weitere Informationen unter www.gizbonn.de.