Lokales

Lkw statt Lehrbuch

03.05.2026

Auf dem Lehrerparkplatz der Maria-Sibylla-Merian Realschule stand jetzt ein Lkw: Ausbildungsbotschafter Lars Högner hatte sein Arbeitsgerät mitgebracht, um lebendig aus seinem Azubi-Alltag zu berichten. Foto: Betz/IHK

Auf dem Lehrerparkplatz der Maria-Sibylla-Merian Realschule stand jetzt ein Lkw: Ausbildungsbotschafter Lars Högner hatte sein Arbeitsgerät mitgebracht, um lebendig aus seinem Azubi-Alltag zu berichten. Foto: Betz/IHK

© Sven Betz

Weseke. Ungewöhnlicher Besuch an der Maria-Sibylla-Merian-Realschule: Ausbildungsbotschafter Lars Högner rollte mit einer 500-PS-Sattelzugmaschine auf den Schulhof. Der angehende Berufskraftfahrer von Borchers war einer von neun „Aubots“, die Neuntklässlern praxisnah ihre Berufe vorstellten.

Neben Högner berichteten Auszubildende von Benning (Elektroniker für Betriebstechnik), Börger (Metallbauer) und HUESKER Synthetic (Industriekaufleute) aus ihrem Arbeitsalltag. Organisiert wird das Projekt von der IHK Nord Westfalen. Im Kreis Borken sind derzeit 103 Ausbildungsbotschafter aus 27 Unternehmen im Einsatz. Allein 2025 absolvierten sie 1.475 Schulbesuche, in diesem Jahr bereits 550.

Besonders eindrucksvoll war der Lkw-Auftritt: Schülerinnen und Schüler durften ins Fahrerhaus steigen, unter die Motorhaube schauen und erfuhren Details wie die Tankkapazität von 1.200 Litern für rund 4.000 Kilometer Reichweite. Högner schilderte zudem den Alltag und den starken Zusammenhalt unter Fahrern.

Auch die anderen Azubis punkteten mit Praxisnähe. Die Benning-Auszubildenden warben für den direkten Berufseinstieg mit Verdienst, Erfahrung und guten Perspektiven. Am Lehrkoffer konnten die Jugendlichen selbst messen und erhielten Einblicke in Tätigkeiten vom Platinenbau bis zum Schaltschrank. Gleichzeitig räumten sie mit Vorurteilen auf – etwa, dass Elektrotechnik reine Männersache sei.

Fragen zu Bewerbung, Voraussetzungen und Praktika standen in allen Klassen im Mittelpunkt. Die angehenden Industriekaufleute und Metallbauer ergänzten die Einblicke in kaufmännische und handwerkliche Berufe.

Für Unternehmen bieten die Einsätze eine gute Chance, Nachwuchs zu gewinnen. Högner könnte sich sogar noch frühere Einsätze vorstellen – etwa im Kindergarten. Seine eigene Begeisterung für den Beruf sei schließlich ebenfalls schon in jungen Jahren geweckt worden.

Weitere Informationen gibt es unter www.ihk.de/nw/ausbildungsbotschafter