Betrugsversuche im Internet verunsichern viele Menschen, besonders bei täuschend echt wirkenden E-Mails. Aufmerksamkeit und Vorsicht sind wichtiger denn je. Symbolfoto: Freepik
Münsterland. Betrugsversuche im Internet gehören längst zum Alltag – und sie werden immer raffinierter. E-Mails und SMS, die zum schnellen Handeln drängen, angebliche Warnungen des Internetanbieters oder besonders günstige Online-Angebote: Hinter vielen dieser Mitteilungen steckt der Versuch, persönliche Daten zu stehlen oder Geld zu ergaunern.
Die Verbraucherzentrale NRW beobachtet seit Jahren einen deutlichen Anstieg solcher Fälle. Über den sogenannten Phishing-Radar werden jährlich Hunderttausende verdächtige Nachrichten gemeldet. Auch beim Einkauf im Internet bleibt das Risiko hoch: Allein der Fakeshop-Finder der Verbraucherzentrale wurde im vergangenen Jahr rund fünf Millionen Mal genutzt – Tendenz weiter steigend.
Warnsignale bei gefälschten Nachrichten
Phishing-Nachrichten sollen Empfängerinnen und Empfänger verunsichern und unter Druck setzen. Oft ist von einer drohenden Sperrung, einem neuen Sicherheitsverfahren oder einer ausstehenden Zahlung die Rede. Solche Mitteilungen enthalten meist Links, die auf täuschend echt gestaltete Internetseiten führen, oder gefährliche Dateianhänge. Vorsicht ist insbesondere dann geboten, wenn persönliche Daten abgefragt werden. Seriöse Anbieter fordern niemals dazu auf, sensible Informationen über verlinkte Formulare oder E-Mail-Antworten zu übermitteln. Ratsamer ist es, die betroffene Firma über bekannte Kontaktdaten direkt zu erreichen.
Risiko Fakeshops
Auch beim Online-Shopping ist erhöhte Aufmerksamkeit gefragt. Gefälschte Internetshops präsentieren sich häufig täuschend echt, mit kopierten Produktbildern und professionellem Design. Besonders verlockend sind oftmals die auffällig niedrigen Preise. Wer im Voraus bezahlt, erhält in solchen Fällen meist minderwertige oder gar keine Ware. Teilweise werden Kunden mit angeblichen Lieferschwierigkeiten hingehalten, bis Reklamationen kaum noch möglich sind. Ein kurzer Check mit dem Fakeshop-Finder der Verbraucherzentrale kann deshalb sinnvoll sein, bevor man bezahlt.
Sichere Passwörter und Zweifachschutz
Ein weiterer wichtiger Schutzfaktor im Netz ist die Passwortsicherheit. Viele Menschen verwenden noch immer einfache oder wiederkehrende Kombinationen. Grundsätzlich gilt: Je länger das Passwort, desto schwerer ist es zu knacken. Ab einer Länge von etwa 20 Zeichen reichen zwei verschiedene Zeichentypen, bei kürzeren Passwörtern sollten vier verwendet werden – Groß- und Kleinbuchstaben, Ziffern und Sonderzeichen. Zusätzlich sollte jedes Onlinekonto ein eigenes Passwort haben.
Empfohlen wird außerdem die Zwei-Faktor-Authentifizierung, bei der neben dem Passwort noch eine zweite Sicherheitsebene genutzt wird, etwa ein Einmalcode oder ein Passkey. Sie kann verhindern, dass Kriminelle selbst mit erbeuteten Zugangsdaten auf Konten zugreifen.