Lokales

Neue Ideen, alte Geräte

01.11.2026

Über 30 Ehrenamtliche engagieren sich im Repair Café Borken und bringen ihre ganz unterschiedlichen Fähigkeiten und Erfahrungen ein. Foto: Andresen

Über 30 Ehrenamtliche engagieren sich im Repair Café Borken und bringen ihre ganz unterschiedlichen Fähigkeiten und Erfahrungen ein. Foto: Andresen

© Horst Andresen

Borken. Kaffeemaschine, Staubsauger, Fahrradlicht: Im Borkener Repair-Café bekommen defekte Geräte eine zweite Chance. Seit drei Jahren reparieren Ehrenamtliche dort jeden ersten Freitag im Monat kaputte Dinge. Doch das Team schaut bereits nach vorn: Eine Handyberatung soll das Angebot erweitern, und auch für Kinder und Jugendliche sind neue Projekte geplant.

Hilfe rund ums Handy

Viele kennen das: Ein Foto ist verschwunden, Whats App macht Zicken oder ein Einstellungsmenü wirkt wie ein Rätsel. Genau hier soll künftig die Handyberatung des Repair-Cafés ansetzen. Es geht nicht darum, ein komplettes Smartphone einzurichten, sondern um kleine Fragen des Alltags: Wo finde ich ein bestimmtes Foto? Wie funktioniert WhatsApp überhaupt? Auch Hilfe am Laptop oder eine gründliche Computerreinigung sind denkbar.

Reparieren für die nächste Generation

Ein weiteres Anliegen des Teams ist es, Kinder und Jugendliche für das Reparieren zu begeistern. Einen ersten Projekttag an der Jodocus-Nünning-Gesamtschule hat das Repair-Café bereits gestaltet. Künftig könnten weitere Aktionstage folgen, bei denen gezeigt wird, wie viel in einem kaputten Gerät steckt – und dass Wegwerfen nicht die einzige Lösung sein muss.

Dabei geht es nicht nur um Schrauben und Lötkolben. Es geht auch darum, Lust zu machen, selbst auszuprobieren, zuzusehen und zu verstehen, wie Dinge funktionieren. Das Repair-Café möchte so Wissen weitergeben, das im Alltag oft verloren geht.

Bewährtes bleibt

Das Repair-Café findet weiterhin jeden ersten Freitag im Monat von 15 bis 18 Uhr im Rotkreuz-Zentrum an der Röntgenstraße 6 statt. Eine Stunde vor Beginn treffen sich die Ehrenamtlichen vor Ort, besprechen Organisatorisches und richten die Arbeitsplätze ein. Bei jedem Termin sind mindestens 20 Helferinnen und Helfer dabei. „Wer kommt, der kommt“, beschreiben Peter Gronotte und Norbert Stuff die entspannte Haltung des Teams. Das gemeinsame Quatschen gehört für die Ehrenamtlichen ebenso dazu wie die Arbeit selbst.

Kundinnen und Kunden melden sich mit ihrem defekten Gerät zunächst im Eingangsbereich. Dort wird es angeschaut und ein Laufzettel ausgefüllt. Anschließend kommt der Gegenstand in einen der Arbeitsräume. Repariert werden unter anderem Elektrogeräte wie Diaprojektoren oder Radios, Kaffeemaschinen und Staubsauger. Auch Näharbeiten sowie das Schleifen von Messern, Rasenmähern und Heckenscheren gehören zum Angebot. Auf dem Hof des DRK werden zudem Fahrräder in Stand gesetzt. Während die Helferinnen und Helfer arbeiten, können die Besucher im Café Henry Kaffee und Kuchen zum Sonderpreis bekommen.

Sicherheit fürs Fahrrad

Bei den Fahrrädern steht für Norbert Stuff vor allem die Sicherheit im Vordergrund. Er prüft Bremsen und Licht, richtet die Kette und übernimmt viele kleine Arbeiten, die in einer normalen Werkstatt oft nicht mehr angeboten werden. Gerade in der dunklen Jahreszeit ist eine funktionierende Beleuchtung für ihn eine Herzenssache.

Die Resonanz ist groß: Pro Termin werden etwa 50 bis 60 Reparaturen durchgeführt. Viele Menschen freuen sich, wenn ein Gerät gerettet werden kann, das sie schon längst abgeschrieben hatten.

Mehr als Werkzeug und Kaffee Für das Team ist die Arbeit aus mehreren Gründen bereichernd. Im Mittelpunkt steht der Gedanke der Nachhaltigkeit: Statt Dinge wegzuwerfen, sollen sie möglichst lange genutzt werden. Viele der Ehrenamtlichen sind im Ruhestand und bringen Fachwissen aus Beruf und Alltag mit, das sie hier weitergeben können. Ebenso wichtig ist das Gemeinschaftsgefühl. Die Stimmung ist gut, man hilft sich gegenseitig. Fehlt ein bestimmtes Werkzeug, wird es nach Möglichkeit angeschafft.

Manchmal nimmt jemand einen besonders schwierigen Fall sogar mit in die heimische Werkstatt. Das bleibt jedoch die Ausnahme: Da das Repair-Café kein Lager hat, sollen die Aufträge grundsätzlich während der Öffnungszeiten erledigt werden.

Das Repair-Café ist das nächste Mal am Freitag, 6. November, von 15 bis 18 Uhr im Rotkreuz-Zentrum geöffnet. Wer sich ebenfalls dort engagieren möchte kann sich jederzeit beim Team melden.