Backen an der Hillen-Mölle nach altem Rezept: Der Heimatverein Reken zeigt, wie es geht.
© Gerd Niewerth
Reken. Der Schaubacktag des Heimatvereins Reken an der Hillen-Mölle hat sich zu einem Publikumsmagnet weit über Reken hinaus entwickelt. An diesem Sonntag (12. Juli) ist es wieder soweit: Von 13 bis 18 Uhr lassen sich die Mühlenbäcker am „Backhues“ über die Schultern schauen. Die Abgabe der Brote beginnt um 14 Uhr.
„Wir backen nach alten Rezepten und lieben unser traditionsreiches Handwerk“, sagt Mühlenbäcker Jörg Lütkebohmert, der den Beruf von der Pike auf gelernt hat. Und Georg Holthausen ergänzt: „Nicht die Menge ist uns wichtig, sondern der gute Geschmack.“
Die Aufgaben im Team sind klar verteilt, allein schon die Farben machen es deutlich. Die Mühlenbäcker tragen die klassisch weiße Weste, während die Heizer in Grau gewandet sind. „Spaß und Geselligkeit beim Backen sind uns wichtig“, betonen sie.
Alle Brote, die sie am Sonntag in die Öfen „einschießen“, werden aus Dinkelmehl hergestellt. Neben dem klassischen Dinkel-Mühlenbrot bieten die Bäcker des Heimatvereins auch wieder Rosinenbrot („Korinthenstuten“) an. Ein Leckerbissen, bei dem Rekener Backtradition eine große Rolle spielt. „Wir backen nach dem Originalrezept von Possens Rudi.“ Damit ist der lange verstorbene Bäckermeister Rudolf Wiesweg gemeint, der sein Geschäft mit Backstube einst auf der Groß Rekener Hauptstraße betrieb (heute Pizzeria Milano).
Brote für eine Spende von fünf Euro
Die Brote werden gegen eine Spende von fünf Euro abgegeben– solange der Vorrat reicht. Wer schon an Ort und Stelle auf den Geschmack kommt, kann die Probierschnittchen verkosten, die mit guter Butter, Käse und luftgetrocknetem westfälischen Schinken zu einem Köppken Koffie angeboten werden. Abgerundet wird das kulinarische Angebot durch das „Möllenglück“. Das sind goldgelb gebackene, herzhafte Taler aus Dinkelmehl-Teig, die mit Kräuter-Creme Fraîche, roten Zwiebeln, Champignons, Schinkenwürfeln und viel Käse belegt sind. „Wir haben das Möllenglück aus Freude über den Abschluss des Erbrechtsvertrages kreiert, der den Erwerb der Mühle für 99 Jahre garantiert“, sagt Holthausen.
Neuer mobiler Ofen
Neben dem Steinofen im urigen Backhues kommt auch der neue mobile Ofen zum Einsatz. Beide werden mit Buchenholz beheizt. Ein Vorgang, der sich über mehrere Stunden hinzieht.
Das Schaubacken der Mühlenbäcker ist eingebettet in ein buntes Rahmenprogramm, das alle Generationen anspricht. Die Spinnfrauen des Rekener Heimatvereins sind dabei wie die Waldschule des Hegerings Reken und Korbflechter Josef Knuf. Heimatfreund Günter Thiehoff, bekannt durch seine Auftritte beim Heimatfest, wird zum ersten Mal Fahrten mit seiner Pferdekutsche für Kinder anbieten.
Ob der Hufschmied und das Shire Horse teilnehmen, entscheidet sich erst kurzfristig, berichtet der Vorsitzende Carsten Hösl.
Mitglieder des Heimatvereins und (Hobby-)Bäcker vor dem Backhues an der Mühle in Reken.
© Gerd Niewerth
Leckeres Selbstgebackenes: Das Schaubacken dürfte am Sonntag, 12. Juli, wieder viele Besucher nach Reken locken.
© Gerd Niewerth