Lokales

Spendenfahrt mit Herz

22.05.2026

Ludger Jacobs bringt den 19 Jahre alten Rettungswagen in die Ukraine.Foto: hie

Ludger Jacobs bringt den 19 Jahre alten Rettungswagen in die Ukraine.Foto: hie

Heiden. Seit vielen Jahren sammelt Ludger Jacobs aus Heiden Spenden, organisiert Hilfstransporte und fährt mit Unterstützern selbst nach Rumänien und inzwischen auch in die Ukraine. Auch in diesem Jahr bleibt er seinem Engagement treu: Am Samstag, 31. Mai, startet er erneut zu einer insgesamt rund 5.500 Kilometer langen Tour.

Mit an Bord ist diesmal ein ausgemusterter Rettungswagen, der von einem örtlichen Autohändler komplett gesponsert wurde und nun weiter in die Ukraine gebracht werden soll. Das Fahrzeug ist 19 Jahre alt, hat einen neuen TÜV und ist nach Jacobs‘ Angaben in sehr gutem Zustand. Für den Export sind bereits die nötigen Papiere vorbereitet worden; Martinshorn und Blaulicht mussten selbstverständlich deaktiviert werden.

Der Weg führt Jacobs, seinen Bruder und zwei Freunde zunächst nach Rumänien. Ziel ist ein Ort in den Karpaten nahe Bacău, wo die Heiligenstädter Schwestern und besonders Schwester Carmen die Hilfen vor Ort koordinieren. Von dort aus sollen weitere Sachspenden und vor allem mit Spendengeldern eingekaufte Waren in die Ukraine weitertransportiert werden. Dafür stehen rund 10.000 Euro zur Verfügung – ermöglicht durch viele treue Spender, Sponsoren und Unterstützer aus Heiden und Umgebung.

Hilfe zur Selbsthilfe

Jacobs will nicht nur Dinge abliefern, sondern gezielt dort unterstützen, wo Hilfe am dringendsten gebraucht wird. Für ihn ist dabei entscheidend, „Hilfe zur Selbsthilfe“ zu leisten. Er verweist darauf, dass viele Menschen in den betroffenen Regionen keine Möglichkeit hätten, anderswo Zuflucht zu suchen und deshalb auf direkte Unterstützung angewiesen seien. Der Reisebericht des vergangenen Jahres zeigt, wie konkret diese Hilfe aussieht: Mit mehreren Fahrzeugen wurden Lebensmittel, Verbandsmaterial, Feuerlöscher, Medikamente, Hygieneartikel, Fahrräder, Kleidung, Technik und weitere Spenden nach Rumänien gebracht. In der Ukraine wurden unter anderem Lebensmittel für eine Kolpingküche eingekauft, die täglich Hunderte Mahlzeiten ausgibt – auch für Kriegsverletzte und Binnenflüchtlinge.

Spenden weiter willkommen Für die kommende Tour sucht Jacobs vor allem noch Verbandsmaterial und medizinische Produkte. Diese können einfach bei ihm am Carport an der Beethovenstraße 9 abgelegt werden. Neben dem Rettungswagen sind auch ein VW-Bulli samt Anhänger bei der Tour dabei, die mit Spenden beladen werden können. Auch Geldspenden sind weiterhin willkommen, denn damit werden vor Ort dringend benötigte Güter eingekauft: DE 89 4286 1608 0009 8909 00.

Langjähriges Engagement

Seit rund 20 Jahren fährt Ludger Jacobs regelmäßig nach Rumänien, seit drei Jahren auch in die Ukraine. Neben reinen Hilfslieferungen packt er vor Ort immer wieder praktisch mit an – etwa bei kleineren Reparaturen, der Verlegung einer Wasserleitung oder sogar beim Aufbau einer kleinen Solaranlage. Besonders beeindruckt ihn dabei immer wieder die Not der Menschen in sehr einfachen Lebensverhältnissen.

Trotz aller Strapazen strahlt Jacobs auch nach vielen Jahren noch Begeisterung für seine Aufgabe aus. Gleichzeitig wünscht er sich, dass sich auch jüngere Menschen für das Projekt gewinnen lassen. Langfristig hofft er auf einen Nachfolger, der die Hilfsaktion eines Tages weiterführt. Denn eines ist für ihn klar: Auch nach dem Krieg werde in Rumänien und der Ukraine weiterhin Hilfe gebraucht werden.