Ratgeber

Im Lockdown schadstoffarm fit bleiben

Donnerstag, 4. Februar 2021 - 10:02 Uhr

von Claudia Hieby

Foto: SYSTEM

Borken (hie). Fitnessstudios sind geschlossen und Yoga oder Pilates gibt es momentan nur online. Wer eine rutschfeste Unterlage für sein Workout benötigt, kommt um die Anschaffung einer Matte kaum herum. Doch leider ist nicht jedes Fabrikat schadstoffarm und die Produktinformationen sind oft nicht aussagekräftig. Die Verbraucherzentrale gibt Tipps:

Keine Info– kein Kauf Aus der Produktbeschreibung sollte klar hervorgehen, aus welchen Materialien die Matte oder das Fitnessequipment gefertigt ist. Siegel sind in diesem Bereich eher rar und auch das Oeko-Tex- Siegel schließt Materialien wie PVC, Ersatzweichmacher oder antimikrobielle Ausrüstung nicht aus. „Frei von XY“-Angaben sind wenig aussagekräftig, besonders wenn Stoffe genannt werden, die überhaupt nicht relevant sind.

Keine stinkenden Produkte Bälle, Blöcke, Bänder, Hanteln und Matten sollten nicht auffällig riechen. Der Geruch könnte ein Hinweis auf Schadstoffe sein. Bei Fahrradtrainern, Ergometern oder Hometrainern riechen teilweise die Griffe schmierölartig, weil diese mit krebserregenden teerähnlichen Verbindungen (PAK) belastet sind, wie eine Untersuchung der Stiftung Warentest zeigte. Empfehlenswert ist, auf Trainingsgeräte mit dem GS-Zeichen zu achten.

Kein PVC Yoga- oder Fitnessmatten bestehen häufig aus dem Kunststoff PVC. Auch Fitness-Bälle werden gerne aus diesem Material hergestellt. PVC wird erst durch Weichmacher elastisch, die nicht im Kunststoff bleiben, sondern nach und nach freigesetzt werden. Einige Phthalat-Weichmacher können das menschliche Hormonsystem stören. Aber auch bestimmte sogenannte Ersatzweichmacher sind im Urin nachweisbar und können im Tierversuch in höheren Konzentrationen die Nieren schädigen.

Welches Material für die Matte? TPE steht für thermoplastische Elastomere. Im Schadstofftest von Öko-Test 2019 schnitten Matten aus diesen aufgeschäumten Kunststoffen besonders gut ab, denn sie benötigen keine Weichmacher. Welches Material individuell am besten geeignet ist, hängt auch davon ab, welche Anforderungen man an die Rutsch- und Zugfestigkeit der Matte stellt. In Bezug auf Schadstoffe bieten Testergebnisse oder Prüfsiegel bei der Auswahl Orientierung. Weitere Infos unter www.verbraucherzentrale.nrw/schadstoffe.