Beim Filmfestival Münster zeigen Filmemacher ihre neuesten Werke

Afterword von Boris SeewaldFotos:Filmfestival Münster
 
Das Kannibalen-Drama „Raw“ wird in der Sektion Nightwatch gezeigt.
Münster (pd/azi). Das Filmfestival Münster zeigt in seiner 17ten Ausgabe fünf Tage lang vom Mittwoch, 4. bis Sonntag, 8. Oktober im Schloßtheater junges, aufregendes und bewegendes Kino aus aller Welt, aus den entlegensten Winkeln Europas und aus der nächsten Nachbarschaft.

Mehr als 800 kurze und lange Filme wurden für die Wettbewerbe und die Nebenreihen gesichtet und die Auswahl der besten Beiträge wird erstmals seit 2003 wieder in der „neuen alten Heimat“ Schloßtheater präsentiert, zweiter Spielort ist das Cinema. Zu den fünf Festivaltagen sind mehr als einhundert Filmemacher eingeladen, ihre neuesten Werke vorzustellen und mit dem Publikum zu diskutieren – und am Ende vielleicht einen der Wettbewerbspreise zu gewinnen.

Im Europäischen Spielfilmwettbewerb konkurrieren acht Filme um den Preis für die beste Regie, sechs davon Debütfilme innovativer und bilderstürmender Regisseure und Regisseurinnen. Eröffnet wird das Festival mit dem deutschen Beitrag „Sommerhäuser“ von Sonja Maria Kröner. Ihr subtiles Erstlingswerk mit Thomas Loibl, Laura Tonke, Ursula Werner und Mavie Hörbiger wurde beim Filmfest München in der Sektion „Neues Deutsches Kino“ als bester Film und für die beste Regie ausgezeichnet. Der Darsteller Thomas Loibl und der Produzent Philipp Worm begleiten ihren Film nach Münster und werden zur Eröffnung des Festivals anwesend sein.

Die weiteren Wettbewerbsbeiträge führen in alle Ecken Europas. Der Cannes-Preisträger „Ava“ von Léa Mysius ist ein eigensinniger Filmbastard über die Liebe, das Erblinden und die Rätsel des Erwachsenwerdens – in einem flirrenden Sommer an der französischen Atlantikküste. Der mehrfach preisgekrönte isländische Debütfilm „Heartstone“ von Guðmundur Arnar Guðmundsson erzählt eine dramatische Coming of Age Geschichte vor dem beeindruckenden Hintergrund der isländischen Natur. Im viktorianischen ländlichen England spielt William Oldroyds messerscharf-geschliffenes Liebesdrama „Lady Macbeth“ und durch die Warschauer Partyszene tanzen die beiden Kunststudenten Kris und Michael in „All These Sleepless Nights“ von Michal Marczak – Regiepreis beim Sundance Festival.

Surreal und voll schwarzer Magie, inspiriert von Legenden und Volkssagen entführt „November“ (als Deutschlandpremiere) von Rainer Sarnet in die Wälder Estlands und in „Home Is Here“ lässt Tereza Kotyk ein Haus in den österreichischen Alpen zum Werkzeug einer merkwürdig-distanzierten Annäherung zwischen zwei Menschen werden.

Das Herzstück des Festivals, der Kurzfilmwettbewerb präsentiert in diesem Jahr 32 kleine Kunstwerke aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ob Action-Musical, schräge Interpretation der „Carmina Burana“ oder aufwändige Zeichentrick-Handarbeit – die Kurzfilme zeichnen sich in diesem Jahr durch eine spannende Artenvielfalt aus. Neben der Fachjury wählt auch hier das Publikum seinen Favoriten.

Filme aus oder über Münster und Westfalen sind in der Sektion Westfalen Connection versammelt für den die Westfalen Initiative den Publikumspreis stiftet. In diesem Rahmen werden auch die Ergebnisse der „New Film Generation“ präsentiert: 10 bis 14-Jährige haben in vier Sommer-Workshops auf poetische und dokumentarische Weise ihre Lieblingsorte in Münster filmisch festgehalten. (Samstag 7. Oktober, 14 Uhr) .

Wenn der Blick im Fokus Niederlande und Flandern in diesem Jahr über die nahegelegenste Grenze geht, wird diesmal der gesamte flämische Sprachraum berücksichtigt. In der Programmreihe ist erstmals auch ein Film aus Belgien zu sehen: Fien Troch erhielt für „Home“ in Venedig den Regiepreis; teilweise mit Handykamera aufgenommen zeichnet der Film ein intensives Portrait zweier Jugendlicher. Die Deutschlandpremiere von „If The Sun Explodes“ der Regiedebütantin Hanna van Niekerk ist eine eindringliche Charakterstudie eines jungen niederländischen Paares auf Trekking Tour durch Litauen. Die Regisseurin kommt zur Premiere ins Schloßtheater. Der niederländische Oscar-Beitrag „Tonio“ von Paula van der Oest ist ebenfalls in der Deutschlandpremiere zu sehen. Der Film entstand nach einer autobiographischen Erzählung des niederländischen Autors von A.F.Th. Van der Heijden.

Zu später Stunde lädt die Sektion Nightwatch alle Genre-Freunde zu gepflegten Schocks und abseitigem Thrill. Das Angebot reicht vom Kannibalen-Drama „Raw“ von Julia Ducournau über den okkulten Geister-Thriller „Verónica“ von „[Rec]“-Regisseur Paco Plaza bis zum Serienkiller-Kopfkino aus Down Under: „Hounds of Love“ von Ben Young.

Am zweiten Spielort des Festivals, dem Cinema Münster thematisieren die Tage des Provinzfilms, veranstaltet von Filmservice Münster.Land und Cinema, vielfältige Zugänge auf Menschen und Geschichten abseits der Metropolen. Die Drehbuchwerkstätten und Workshops stehen im Mittelpunkt dieses Programmteils.

Das vollständige Programm ist unter www.filmfestival-muenster.de zu finden.
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