Ausstellung im Schiffshebewerk Henrichenburg: U-Boot-Sonar an Land

Ausstellungstechniker Sven Jüttemeier (l.) und Frank Hermann-Sandkühler mit der „Enigma M3“.Foto: LWL/Appelhans
Waltrop (pd/dd). Unterseeboote sind ein beliebtes Sujet für Romane und Filme. Doch in der Realität brachten U-Boote in den beiden Weltkriegen Tod und Verderben. Heute nutzen Biologen und Geologen sie hingegen für friedliche Forschungen. Mit der neuen Ausstellung „U-Boote – Krieg und Forschung in der Tiefe“ bietet das LWL-Industriemuseum Schiffshebewerk Henrichenburg einen Blick in die geheimnisvolle und faszinierende Unterwasserwelt.

Zu sehen sind unter anderem das verrostete Bugsegment eines im Zweiten Weltkrieg versunkenen Klein-U-Boots vom Typ „Seehund“, eine historische Enigma-Chiffriermaschine, Kleidung und andere Original-Requisiten aus dem Film „Das Boot“, ein Torpedo und Minen aus der Zeit des Kalten Krieges, Ausschnitte historischer Filme, Modelle, unbemannte Messfahrzeuge für die Meeresforschung sowie präparierte Tiere und rohstoffhaltige Gesteinsproben aus der Tiefsee. Begleitet wird der Besucher beim Gang durch die Ausstellungsabteilungen von „Pings“, jenen charakteristischen Tönen aus dem U-Boot-Sonar.

Neben der „grauen“ Sphäre der gut getarnten U-Boote in der Kriegsmarine gibt es aber eine „gelbe“ Sphäre der für die Ozeanforschung genutzten Gefährte, die neue Erkenntnisse über die Fauna und Flora in der Tiefsee sowie die Geologie des Planeten liefern. Im Mittelpunkt dieser Abteilung steht ein Tauchboot aus dem „Geomar“ Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel. Es kann ohne Besatzung in Tiefen bis zu 6.000 Metern vorstoßen. Auch die Rohstoffgewinnung unter Wasser ist ein Thema dieser Abteilung. In abgesteckten Zonen der Ozeane ist mittlerweile ein Wettstreit der Nationen um den Abbau von Manganknollen und Schwarzen Rauchern ausgebrochen. Zache: „In Deutschland verabschieden wir uns gerade vom Steinkohlenbergbau. Der Bergbau der Zukunft wird sich in den Ozeanen abspielen.“ Unterstützt wird die Ausstellung durch Leihgaben, vor allem aus dem Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden, dem „Geomar“ Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel und dem Deutschen Technikmuseum Berlin. Bis zum 15. September 2019 wird die Ausstellung im Schiffshebewerk zu sehen sein.
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