„Boekenstad“ feiert ihren 25. Geburtstag

Seit 1993 trägt der Ort offiziell den Titel Bücherstadt. Foto: Leo van der Linde
 
In den Anfangsjahren waren die Bücherregale auch unkonventionell angebracht. Fotos (2): dd
Bredevoort (pd/dd). Ein Artikel in der niederländischen Zeitung Volkskrant im Jahr 1992 bildete sozusagen den Grundstock für das Projekt Bücherstadt Bredevoort. Der Artikel brachte Henk Ruessink aus Bredevoort, auf die Idee, aus seinem Heimatort eine „Boekenstad“ zu machen. In Bredevoort standen seinerzeit verschiedene Gebäude leer und den 1.600 Einwohnern ging es wirtschaftlich nicht gerade gut. Die Bücherstadtidee sollte eine Wende bringen. Es wurden Arbeitsbesuche in andere Bücherstädte durchgeführt, unter anderem nach Hay-on-Wye in Wales und Redu in Belgien. Bredevoort schien allen Kriterien für eine Bücherstadt zu erfüllen. Aber sollten wirklich genügend antiquarische Buchhändler daran interessiert sein, sich im Festungsstädtchen im Achterhoek niederzulassen? Tatsächlich meldeten sich schließlich 85 Interessenten für das Projekt an, und ab 1993 durfte Bredevoort den Titel Bücherstadt tragen. Der Kommissar der Königin, Jan Terlouw, machte den kleinen Ort im Achterhoek am 27. August 1993 offiziell zur „Boekenstad“. Bis heute ist Terlouw Schirmherr des Projekts.

Zahllose Antiquariate ließen sich in der Zeit darauf in Bredevoort nieder, ebenso wie ein Buchbindezentrum, eine Kunstgalerie und ein mittelalterliches Restaurant. Darüber hinaus veranstaltete man große und kleinere Büchermärkte. In den Anfangsjahren war die Bücherstadt Bredevoort ein regelrechtes Erfolgsmodell. Tausende von Buchliebhabern kamen ins malerische Städtchen, das zeitweilig über 30 Buchläden und Antiquariate beherbergte und die verschiedenen Büchermärkte waren ein beliebtes Ausflugsziel für niederländische und deutsche Literatur-Fans. Im Laufe der Jahre zog dann ein großer Teil des Buchhandels ins Internet um und die Zahl der Antiquariate nahm immer mehr ab. Um weiterhin attraktiv zu bleiben, verlegte sich die Bücherstadt darum immer mehr auch auf Geschichte, Kunst und Kultur. Die Organisatoren nahmen Kontakt zum Kulturort Koppelkerk auf, denn die Büchermärkte passten nahtlos ins kulturelle Programm der Koppelkerk. Dort werden neben Ausstellungen und Schriftstellergesprächen auch Konzerte und Debattenabenden veranstaltet. Eine junge Direktorin leitet die Kulturkirche mit Unterstützung von vielen begeisterten Ehrenamtlichen. Die Koppelkerk verfasste ein neues Leitbild für die Büchermärkte mit größerer Außenwirkung und literarischen Nebenaktivitäten. Darüber hinaus wurde gemeinsam mit dem renommierten Gartenplaner Harry Esselink ein Konzept entworfen, um den Büchermärkten eine hochwertige, unterhaltsame und nicht zuletzt auch grüne Ausstrahlung zu geben.

Unverändert hingegen soll das Konzept der regelmäßigen Büchermärkte in Berdevoort bleiben. Seit Jahren werden drei große internationale Büchermärkte sowie spezielle Büchermärkte am dritten Samstag des Monats und ein Büchermarkt für Privatleute veranstaltet. Ab sofort werden die Büchermarktstände im Außenbereich an der Koppelkerk aufgebaut.

Das 25-jährige Jubiläum der Bücherstadt Bredevoort wird am Wochenende, 25. und 26. August, zusammen mit anderen kulturellen Organisationen groß gefeiert. Geplant sind unter anderem Auftritte von bekannten Schriftstellern, Live-Musik und ein zweitägiger internationaler Büchermarkt.

Am Sonntag, 22. April, sowie am Pfingstmontag, 21. Mai, laufen die nächsten Büchermarkte. Alle weitere Informationen über die Bücherstadt und ihre Aktivitäten gibt es unter www.boeken-bredevoort.nl.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.