Daumen drücken für Thomas Schmidt

Thomas Schmidt steht bei den Tourenwagen Classics zur Zeit auf Platz eins in der Gesamtwertung.
 
Thomas Schmidt im BMW aus dem Jahr 1992: Bei seinem ersten Tourenwagenrennen fährt er ganz vorne mit.
Ramsdorf (hie). Eine kleine Sensation: Zur Zeit steht der 27jährige Thomas Schmidt aus Ramsdorf auf Platz eins in der Gesamtwertung der diesjährigen Tourenwagen Classics. Das ist um so bemerkenswerter als dass er erstens in diesem Jahr das erste Mal überhaupt an einem Tourenwagenrennen teilnimmt und zweitens gegen viele erfahrene Piloten aus den 80er und 90er Jahren antritt. Die Tourenwagen Classics sind nämlich eine Rennserie, in der Fahrzeuge aus der goldenen Zeit der alten DTM starten – und auch viele ihrer alten Rennsporthelden von damals. Bekannte Fahrer wie Harald Grohs und Kris Nissen, Leopold Prinz von Bayern und Otto Rensing, Olaf Manthey, Armin Hahne oder Roland Asch sind dabei.

Die Liebe zum Motorsport wurde Thomas Schmidt eigentlich schon in die Wiege gelegt. Vater Gregor Schmidt machte schon vor über 25 Jahren beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring mit und Söhnchen Thomas bestaunte als kleiner Steppke seine großen Idole. „Das waren die Höhepunkte meiner Kindheit“, erinnert er sich. Die Teams auf engstem Raum untergebracht, das Dröhnen der Motoren, das lange Wachsein, die bangen Blicke auf die Wetterkarte und die Begeisterung, wenn ein Auto die 24 Stunden ohne technische Defekte geschafft hatte. Klar, dass der kleine Thomas schon mit 8 Jahren anfing selber Rennen zu fahren, erste Erfolge beim Kartsport ließen nicht lange auf sich warten. Mit 18 dann endlich Führerschein und Rennfahrer-Lizenz, Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker und das erste eigene Rennauto: ein BMW, bei dem nach einem Überschlag die Karosserie stark beschädigt war. Gut dass Thomas Schmidt in dieser Zeit Lucas Wameling kennenlernte, der seine Leidenschaft für schnelle Autos und den Motorsport teilt. Gemeinsam haben sie nicht nur an dem BMW getüftelt und ihn komplett als Rennwagen auf einer neuen Rohkarosse neu aufgebaut, sondern auch als Rennmechaniker Erfahrungen gesammelt. Teilweise 30 Stunden am Stück gearbeitet, ohne Entlohnung, einfach nur um dabei zu sein. Zum Beispiel im Team der Nürburgring-Legende Johannes Scheid, der mit seinem berühmten „Eifelblitz“ in diesem Jahr 50-jähriges Motorsportjubiläum feierte.

Dass es jetzt zur Teilnahme an den Tourenwagen Classics kam, hatte gleich mehrere Gründe: Über eine Kleinanzeige konnte Thomas Schmidt 2015 ein Original-BMW-Werksauto von 1992 kaufen. „Ein absoluter Glücksfall“, so Schmidt. „Davon gibt es nur 24 Stück – und der Verkäufer hatte keine Ahnung was er da anbot.“ Drei Jahre lang hat es dann gedauert, bis das Auto rennfertig war. Und die Aufmerksamkeit der Tourenwagen Classics-Organisatoren erregte: Der weiße BMW E36 aus der Glanzzeit des Motorsports sollte unbedingt in dieser Saison dabei sein. Als dann ein Sponsor das Startgeld übernahm war klar: Thomas Schmidt fährt mit. Dass er dabei so viel Erfolg hat, ist für ihn immer noch überwältigend: „Die Fahrer, die da mitfahren, habe ich immer bewundert. Und jetzt trete ich gegen sie an – und das auch noch erfolgreich.“ Mit dem Erfolg werden natürlich auch die Ziele größer: Thomas Schmidt möchte am Ende der Saison auch auf dem Siegertreppchen stehen. Vom 9. bis 11. August ist das nächste Rennen der Tourenwagen Classics, diesmal auf dem Nürburgring. Dann heißt es Daumen drücken für Thomas Schmidt und sein Team. Weitere Infos findet man auf Facebook unter GTS Motorsport sowie unter www.tourenwagen-classics.com

„Erfolg ist nur im Team möglich“

Ersatzteile, neue Reifen, Startgeld: Motorsport ist eine teure Angelegenheit. Und für einen 27jährigen kaum aus eigener Kraft zu schaffen. Zum Glück hat Thomas Schmidt eine Motorsport-begeisterte Truppe um sich geschart, die ihn bei seinem Hobby unterstützt. Da ist zum Beispiel Lucas Wameling, der nicht nur bei der technischen Vorbereitung der Rennen eine große Rolle spielt, sondern auch als Mechaniker bei allen Rennen dabei ist. Oder David Weth. Er ist für die Kommunikation zwischen Fahrer und Boxengasse zuständig. Dazu kommen Sponsoren, die etwa kostenlos ein Autoteil lackieren oder das Fahrzeug bekleben. Oder der Arbeitgeber, der Thomas Schmidt erlaubt, jeden Tag zwei Stunden früher anzufangen, um auf seine Stunden zu kommen. Und natürlich die Familie, die nicht nur im Hintergrund mitmacht: Mutter Sabine Schmidt und Schwester Ellen sind in diesem Jahr ehrenamtlich bei der Organisation der ganzen Rennserie aktiv.

Rennstrecken fahren

Wer immer schon mal mit seinem eigenen Auto auf einer echten Rennstrecke fahren wollte hat über den Pistenclub e.V. die Möglichkeit dazu. Der Verein bietet interessierten Fahrern bei so genannten Trackdays die Möglichkeit, die schönsten Strecken Europas kennenzulernen. Dabei ist es ganz gleich ob man Anfänger oder Fortgeschrittener ist, mit sportlichem Alltagswagen, Sportwagen oder Rennfahrzeug zur Strecke kommt. Bei den Events geht es nicht um Höchstgeschwindigkeiten oder Wettbewerbe, sondern um die Verbesserung des Fahrkönnens und den Spaß am Fahren. Es gibt die Möglichkeit, vor dem freien Fahren die abgesperrte Rennstrecke in einer kleinen Gruppe kennenzulernen, oder sich einen privaten, erfahrenen Instruktor zu buchen. Einer davon ist Thomas Schmidt. Die Teilnehmer bekommen Empfehlungen für das sportliche Fahren auf einer Rennstrecke, wie zum Beispiel die optimale Linienwahl oder die Ermittlung der richtigen Bremspunkte. Weitere Infos unter www.pistenclub.de
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