Hier wird noch gebeichtet

Im Bild (v.l.): Tizian Janzen, Christian und Michaela Zoll werfen einen Blick in den neuen Beicht- und Gesprächsraum. Foto: mtg
Heiden (mtg). Klein, beengt und piefig war der Beichtstuhl von einst. Pastor Benedikt K. Ende kann sich selbst noch gut daran erinnern. Auch auf seiner Seite waren viele Kabinen unbequem und dunkel. In der St. Georg-Kirche Heiden zeigt sich ein neues Bild im jetzt eingeweihten Beicht- und Gesprächsraum der Werktagskapelle.

Der Raum ist schlicht, eine integrierte Glaskuppel und eine matte, milchige Glasscheibe durchfluten ihn mit Licht. So ist es ein großer Raum, der Platz und Privatsphäre bietet. Tizian Janzen aus Heiden schaut sich alles genau an. Der neue Raum erinnert ihn weniger an die Verdammnis, mehr an Lossprechung. Er ist einer von vielen, die sich vom fertigen Ergebnis überzeugen.

Doch nicht jeder kann der Beichte noch was abgewinnen: Eine Frau verbindet sehr negative Erinnerungen damit – und sieht einen versöhnlichen Weg im Gespräch mit ihren Mitmenschen. „Das sieht der liebe Gott auch“, meint sie.

Wer genau hinschaut, entdeckt hier ein Bild von Sieger Köder: „Die Frau am Jakobsbrunnen“ aus dem Johannes-Evangelium. Das Werk drückt aus, worum es beim Sakrament der Versöhnung geht: Der Brunnen steht für Herz und Seele des Menschen. Jesus hilft der Frau, in den Brunnen und die eigenen Abgründe hineinzuschauen und steht liebevoll und unterstützend neben ihr. Er ist das „lebendige Wasser“, das den Durst nach einem glücklichen Leben stillt. Direkt darüber befindet sich die Glaskuppel, welche das Bild in natürlichem Licht harmonisch integriert.

Hier können die Menschen künftig beichten und alles loswerden, was ihnen das Herz erschwert. Pastor K. Ende behält es für sich. Nur Eines sei verraten: „In Heiden wird noch gebeichtet.“
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