Imbiss verabschiedet sich von Plastikmüll

Neue Verpackung: Produkte aus Papier und PLA (Bioplastik).
Heiden (mtg). Mitten im Pazifik schwimmt eine Insel aus Plastik. Doppelt so groß wie Deutschland. Forscher sprechen davon, dass 250.000 Tonnen Plastikmüll an der Meeresoberfläche schwimmen. Zwischen 4,8 und 12,7 Millionen Tonnen Plastikmüll landen einem internationalem Forscherteam zufolge in den Ozeanen und verschwinden. Das sind etwa 99 Prozent, die unentdeckt sind. Wie viel dort wirklich schon ist, weiß keiner.

Was zunächst weit weg erscheint, betrifft jeden Einzelnen. Dieter Rohn, Inhaber vom Heidener Dorfgrill, hatte die Bilder in einer Doku über Plastikmüll gesehen und wurde nachdenklich: „Das hat ja Ausmaße angenommen. Allein die Zahlen sind unvorstellbar“, meint er. Er denkt über Alternativen zu herkömmlichen Plastikprodukten nach. Im Laden selbst nutzt er schon seit langem Porzellanteller und klassisches Besteck.

Die Verpackungen zum Transport sind die Schwierigkeit: Bambus sei möglich, aber für viele kaum finanzierbar. Wirklich günstige Angebote von Herstellern lassen noch auf sich warten, meint er. „Die Industrie hat noch nicht alles parat. Sie macht sich gerade erst auf den Weg und nimmt teils unverschämt hohe Preise“, kritisiert der Heidener Unternehmer. Er würde sich wünschen, dass hier noch viel mehr passieren würde und möchte weitestgehend auf Plastik verzichten. Auch in seinem Imbiss. So sprach er mit seinen Lieferanten. Diese empfahlen ihm das nachhaltige Produkt Polylactid Acid, kurz PLA. Hierbei sprechen Experten umgangssprachlich von sogenannter Polymilchsäure. Diese werde aus zuckerhaltigen Produkten gewonnen, aber auch aus Mais. PLA ist folglich ein Biokunststoff. Die Produktion verursache im Vergleich zum normalen Plastik PET/ PS rund 75 Prozent weniger CO², heißt es. Laut Herstellern ist es in einer industriellen Kompostierungsanlage innerhalb von 30 bis 90 Tagen biologisch abbaubar.

Dieter Rohn hat es in sein Sortiment mit aufgenommen. Neben Holz- und Papierprodukten.

„Zu 100 Prozent ist es uns damit leider noch nicht möglich, auf Plastik zu verzichten, weil die Kosten immens sind“, gibt er zu. Doch ein erster Schritt ist getan: Seine Verpackungen zum Mitnehmen sind jetzt immerhin recycelt oder wiederverwertbar. Wer sich selbst überzeugen möchte, kann einfach mal vorbeischauen.

Darüber hinaus hat Rohn das Thema Nachhaltigkeit im Werbekreis Heiden angesprochen und stieß auf offene Ohren: „Unser Bürgermeister fand unsere Idee sehr gut“, sagt Rohn. Doch auch, wenn erste Ideen angesprochen wurden, müssen sich die Heidener bis zur Umsetzung wohl noch etwas gedulden.

Schon jetzt könne jeder Einzelne im Kleinen darauf achten, weniger Plastik in seinen Alltag zu integrieren.
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