Masterplan 2030 plus für den Allwetterzoo Münster aufgelegt

Elefantenbulle Alexander wurde im Januar 40 Jahre alt.Bilder (5): Allwetterzoo Münster
 
Das Giraffengehege entspricht nicht mehr den aktuellen Haltungsvorschriften und müsste ohnehin umgebaut werden.
Münster (azi). „Wir müssen uns für die Zukunft rüsten, damit den Bedürfnissen von Tieren, Besuchern und Personal weiterhin entsprochen werden kann.“ Das verkündete Rainer Knoche, Aufsichtsratsvorsitzender des Allwetterzoos Münster, bei der Vorstellung des Masterplans 2030 plus, nach dessen Vorgaben der Allwetterzoo bis zum Jahr 2030 umgebaut werden soll – wenn die Fördergelder in volle Höhe genehmigt werden.

Über Jahre kontinuierlich abnehmende Besucherzahlen, Sanierungsstau an den Zoogebäuden und das Problem, dass manch ein Gehege (zum Beispiel bei den Giraffen) den aktuellen Haltungsvorgaben nicht mehr entsprechen, machen einen Umbau nötig, so Doktor Thomas Wilms, Direktor des Allwetterzoos. „Technik und Bauwerke sind aus den 70er Jahren. Geld war beim Thema Sanierung immer nur für das Nötigste da“, erklärt Wilms. „Manche der Gebäude haben inzwischen fast musealen Charakter.“

Für den Masterplan 2030 plus wurde der Zoo in den vergangenen zwei Jahren in alle Bereichen untersucht „und auf seine Zukunftsfähigkeit hin evaluiert“, so Wilms. Heraus kam ein Konzept, das im ersten Schritt nicht nur eine komplette thematische Neugliederung der Anlage nach den Klimazonen „gemäßigt“, „tropisch“ und „subtropisch“ vorsieht, sondern in zwei Pilotprojekten große Areale auf der Zooanlage installiert, auf denen mehrere Tierarten gemeinsam gehalten werden können. Zoobesucher habe dann die Möglichkeit, auf Pfaden durch den Lebensraum dieser Tiere zu wandern.Angedacht sind eine Asiatische Inselwelt, die an das Elefantenhaus angegliedert werden soll. Dort wohnen dann zum Beispiel Schopfmakaken und Gibbons. Dazu kommt eine Afrikanische Savanne für Tiere wie Giraffen, Erdmännchen und Stachelschweine und ein Südamerikanisches Pantanal (sumpfähnliches Gebiet), wo sich unter anderem Tapire, Otter und Flamingos tummeln können. „Wir sind der erste Zoo in Europa mit einem solchen Konzept“, erläutert der Zoodirektor. „Dabei wollen wir kein Disneyland erschaffen, sondern die Tiere möglichst naturnah zeigen.“

Für die Besucher sieht der Masterplan einen Eventbereich mit Gastronomie vor, in dem unter anderem Hochzeiten gefeiert werden können. Hinzu kommen noch Übernachtungsmöglichkeiten, interaktive Bereiche in denen Tiere gefüttert und mit den Tierpflegern in Kontakt gekommen werden kann und einen Klima- und Artenschutzcampus für Lehre und Forschung. Kosten soll die Umsetzung des Masterplanes rund 59 Millionen Euro. Davon will der Zoo rund 31,3 Millionen Euro im Eigenanteil aufbringen. Die Stadt Münster wäre für den Rest der Summer zuständig. „Bei der Vorstellung des Masterplans im Aufsichtsrat des Allwetterzoos und im Verwaltungsvorstand der Stadt Münster wurde das Projekt äußerst positiv aufgenommen“, sagt Wilms.

Schon im kommenden Jahr soll mit dem Umbau begonnen werden. „Wenn das klappt, steht bis 2021 das erste Projekt“, sagt Frank Röttger, kaufmännischer Leiter und Prokurist des Allwetterzoos.

Mit dem Umbau hat sich der Allwetterzoo auf die Fahnen geschrieben, zu einem Klima und Artenschutzzoo zu werden. Das beinhaltet auch die Anpassung des Tierbestandes. Erhöht werden soll der Anteil an schützenswerten Arten, die gut in das Konzept des Masterplans passen. Tiere wie der Poitou-Esel oder das Wildmeerschweinchen werden an andere Zoos abgegeben oder nach ihrem altersbedingten Ableben schlicht nicht mehr ersetzt. „Den Poitou-Esel können wir zum Beispiel nicht artgerecht halten, es sind immer wieder Hufprobleme aufgetreten, da unsere Böden zu weich sind“, erklärt Wilms.

Argumente für die Notwendigkeit, den Zoo zukunftsfähig zu machen, finden sich laut Wilms zuhauf: Moderne Zoos sind nicht nur Artenschutzzentren mit ihren Erhaltungszuchten sowie Reservepopulationen und wichtig für Wissenschaft und Forschung, sondern auch bei der Bevölkerung beliebt. In einer Regionalumfrage der Stadt Münster lag der Allwetterzoo in seiner Beliebtheit als Sehenswürdigkeit auf Platz drei. Auch in der Region ist er ein gern angefahrenes Ausflugsziel. 47 Prozent der Besucher, so Wilms, kommen aus einem Umkreis von 50 Kilometern. In den zwölf Jahren während der Umsetzung des Masterplans hofft Wilms, deutlich mehr Besucher in den Allwetterzoo zu locken. Dabei sieht er die Bauarbeiten nicht als Hindernis: „Bei den letzten Umbauten hat sich gezeigt dass mehr Besucher kommen wenn klar ist, es bewegt sich im Zoo etwas“.

Mehr Infos zum Allwetterzoo sind unter www.allwetterzoo.de zu finden.
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