Nationales Naturerbe: Weiterentwicklung des Gebietes Fliegerberg / Lünsberg

Spaziergänger, Radfahrer, Naturbeobachter, Eltern, Hundebesitzer und Reiter nutzen das Naturschutzgebiet in ihrer Freizeit.
 
Stellten den Stand der aktuellen Planungen vor: Josef Feldmann (DBU, ganz links), Jürgen Kuhlmann (Stadt Borken) und Cordula Thume vom Kreis Borken.
Borken (azi). Anfang der Woche konnte man auf einer Bürgerversammlung im Vennehof erfahren, wie das Naturschutzgebiet Lünsberg und Hombornquelle ab dem Jahr 2019/20 nach seiner Weiterentwicklung aussehen könnte. Das Quellgebiet „Der Homborn“ steht seit 1950 unter Naturschutz. Außerdem gehört das Areal zum „Nationalen Naturerbe“ und wurde an die Tochtergesellschaft der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), das DBU Naturerbe, übergeben.

Sicher ist, dass sich im Rahmen der Weiterentwicklung des rund 200 Hektar großen Naturschutzgebietes die Gegebenheiten des Areals an einigen Stellen verändern werden. Es geht um mehr Natur- und Artenschutz. Josef Feldmann aus dem Abteilungsleiter-Stab der DBU stellte den Stand der aktuellen (und noch unverbindlichen) Planungen vor: „Es geht um den Erhalt der Fläche und deren Optimierung im Sinne des Naturschutzes mit Hilfe einer Besucherlenkung. Natürlich sollen Spaziergänger, Reiter, Hundebesitzer und Radfahrer die Fläche weiterhin nutzen können.“

Die wichtigsten der geplanten Veränderungen bestünden aus dem Umbau der Kiefernmonokultur des Waldes in heimische Laubholzbestände, einer Entbuschung an einigen Stellen um Freiflächen herzustellen, der Einrichtung einer eingezäunten Hundefreilauffläche und der Beweidung eines Areals mit großen Weidetieren. Alles im Sinne des Naturschutzes. „Denn Bodenbrüter und andere Arten müssen geschützt werden. Freilaufende Hunde stören viele dieser Arten“, so Feldmann. Auch Cordula Thume von der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Borken trat für ein naturverträgliches Miteinander ein und erinnerte daran, dass auch heute schon Hunde im Naturschutzgebiet an die Leine gehören und das Freilaufen nicht erlaubt sei. Klar sei allerdings auch, dass das Gebiet für Freizeitzwecke intensiv genutzt werde – nicht nur von Borkenern. „Außerhalb der geplanten Freilauffläche ist das Spazierengehen mit Hund natürlich weiterhin möglich, dann aber an der Leine“, so Thume. Thume machte aber auch deutlich, dass die Untere Naturschutzbehörde des Kreises bei der Ahndung von Verstößen bisher auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen war und großflächige Kontrollen nicht geplant sind.„Wir wollen nach Lösungen suchen, damit wir als Borkener diese Fläche weiterhin alle gemeinsam nutzen können“, beteuerte auch Jürgen Kuhlmann, Technischer Beigeordneter der Stadt Borken.



Viele der anwesenden Hundebesitzer beklagten auf der Bürgerversammlung zum Thema Naturschutzgebiet das generelle Fehlen entsprechender Flächen, auf denen man Hunde frei laufen lassen kann. Außerdem sei die geplante Freilauffläche am Fliegerberg viel zu klein und keine wirkliche Alternative zur vorhanden Lösung. Geplant sind von der DBU bisher 2,5 Hektar. Ob die Hundeauslauffläche so überhaupt zuständen kommt, ist aber noch nicht klar: „Eventuell haben sich an der Stelle Reptilien angesiedelt. Das muss untersucht werden“, erklärt Josef Feldmann von der DBU: „Sicher ist, dass eine Hundefreilauffläche in einem Naturschutzgebiet bisher einmalig wäre. Wir wollen Konfliktzonen lösen und Kompromisse schließen.“



„Wir haben gemerkt, das Bedarf besteht und sind für weitere Veranstaltungen dieser Art offen“, so Feldmann nach der Bürgerversammlung.

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