Organisator mit Herz und Verstand

Simon Welsing weiß: Die Veeh-Harfe ist leicht zu spielen.
Borken (mtg). Simon Welsing ist Borkens erster Musikschulmanager. Der 29-Jährige machte sein Abi am Gymnasium Remigianum, wurde Verwaltungswirt im gehobenen Dienst bei der Stadt Borken. Zusätzlich zu Musikschulleiter Ulf Hoppenau hat er seit Mitte 2017 nach und nach die Leitung der Musikschule in Borken übernommen. Hoppenau ist für die musikalisch-pädagogische Richtung zuständig. Welsing für Organisation, Verwaltung, Finanzen, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit: „Mein Ziel ist es, eine Musikschule für alle zu schaffen“, sagt der 29-Jährige.

Die Musikschüler sollen nicht nur im stillen Kämmerlein proben, sondern ihr Talent nach außen tragen. Jüngst präsentierte sich die Musikschule Borken auf dem Stadtfest. Von den Chorkids über das Jugendorchester bis hin zur Big Band begleiten die Ensembles der Musikschule Veranstaltungen und Feste in Borken, Velen, Heiden und Raesfeld. Von Kindern, Erwachsenen, Senioren, Menschen mit Behinderung bis hin zu Flüchtlingen will Simon Welsing die Zielgruppen da abholen, wo sie sind: In Kindergärten, Schulen, Seniorenheimen und Vereinen. In Kooperationen mit kulturellen Einrichtungen wie der VHS bietet die Musikschule neuerdings befristete Kurse an. Allerdings ist dafür ein hoher organisatorischer Aufwand nötig. Doch die Arbeit zahlt sich aus: Bei einigen Angeboten ist die Nachfrage besonders hoch. Bei Bands aus der RockPopJazz Fabrick und der „Musical Companie“ zum Beispiel. Doch Welsing will nicht nur junge Menschen ansprechen. Verstärkt setzt er auch auf ältere Musikschüler. Ein Problem hierbei: „Viele Erwachsene haben mal ein Instrument gespielt und aufgehört“, meint er. Oft sei die Hürde groß, wieder einzusteigen. „Wer möchte schon als Erwachsener wieder Schüler sein?“ Andere schrecken davor zurück, anzufangen. Sie sagen sich, dass es ohnehin zu spät sei. Welsing weiß: „Es ist nie zu spät. Wer Musik machen will, braucht keine Vorkenntnisse“. Schnelle Erfolge kann jeder beispielsweise bei der Veeh-Harfe erzielen: „Die ist einfach zu spielen – und eignet sich für jeden“. Sogar ältere Menschen, die an Demenz erkrankt sind, erinnern sich dann wieder an Lieder aus ihrer Kindheit, was Simon Welsing immer sehr bewegt. Er weiß: „Mit Musik kann man viel erreichen.“ Bald sitzt auch der Musikschulmanager selbst wieder auf der „Schulbank“: Er möchte das Instrument Ukulele lernen – und freut sich auf seinen Unterricht in der VHS.

Simon Welsings größtes, langfristiges Vorhaben: Ein dauerhafter Standort für die Musikschule Borken. Wie es im Kulturentwicklungsplan vorgesehen ist. Vor allem will er ein barrierefreies Gebäude für die Musikschule bekommen. Denn: Für Menschen mit Einschränkungen ist derzeit allenfalls das Schlagzeughaus geeignet.

Das ist eine kurzfristige, aber keine dauerhafte Lösung. Bis Ostern ist für die Musikschule ein Übergangsquartier im Rathaus eingerichtet. Jetzt befindet sie sich offiziell in der Wilbecke 12. Wer hinein will, muss den Seiteneingang nehmen. Der Unterricht ist weit über das Einzugsgebiet Heiden, Raesfeld, Reken, Velen und Borken verstreut. Hinter den Kulissen führt Simon Welsing schon länger Gespräche. Näheres kann er noch nicht sagen.

Er ist angekommen in seinem Beruf. Kann als Verwaltungswirt nicht nur Zahlen lesen, sondern auch Noten: Seit seiner Kindheit spielt er E-Orgel. Seine Finger tanzen noch heute regelmäßig über die Tastatur. Das Instrument steht im Keller seines Hauses, das er vor drei Jahren in Borken gebaut hat. Kürzlich hat er geheiratet – und fühlt sich mit seiner Heimat und der Musik verbunden. Weitere Infos unter www.musikschule.borken.de
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