Prüfen, putzen, polieren und pumpen

Schon vor der ersten Tour im Frühjahr sollte das Rad umfassend geprüft.
 
Spezielle Bürsten und Pflegemittel erleichtern die Arbeit. Fotos: pressedienst-fahrrad
Kreis Borken (pd/dd). Die ersten Sonnenstrahlen sind der Startschuss, um sich wieder aufs Rad zu schwingen. Doch davor steht die für viele leidige Radinspektion. Doch der Radputz kann auch Spaß machen und leicht von der Hand gehen. Der pressedienst-fahrrad (pd-f) gibt eine Pflegeanleitung für den Frühjahrs-Check.


Rechtzeitig beginnen: Start der Tour ist am Sonntagmittag; dann reicht es ja, wenn das Bike um kurz vor zwölf aus dem Keller geholt wird. Schlechte Idee! Besser: Rechtzeitig mit dem Rad-Check beginnen, damit für unvorhergesehene Reparaturen noch Zeit bleibt. Sollten größere Reparaturen in der Werkstatt anstehen, ist es sinnvoll schon vor der ersten Ausfahrt einen Termin beim Radhändler zu vereinbaren, denn im Frühjahr kann es in den Werkstätten zu längeen Wartezeiten kommen.


Die Reinigung von Fahrrädern ist oft eine dreckige Angelegenheit. Damit Finger und Hände sauber bleiben, lohnt sich das Tragen von Einweg- oder Haushaltshandschuhen. Auch die Bekleidung sollte vorsorglich vor Schmutz, Öl und Fett geschützt werden.


Fahrrad putzen: Gröberen Dreck entfernt man am besten mit Handfeger oder Bürste, an schwer zugänglichen Stellen können auch eine alte Zahnbürste oder ein Borstenpinsel Hilfe bieten. Im Fachhandel gibt es spezielle Reinigungs-Sets und Putzmittel. Hochdruckreiniger sind beim Radputz übrigens tabu: Sie können Schmutz und Feuchtigkeit in die Lager pressen und diese dadurch beschädigen. Allerdings gibt es mittlerweile spezielle Niedrigdruckreiniger, die extra für die Reinigung des Fahrrads entwickelt wurden.


Kette reinigen: Zur Reinigung der Kette lässt man sie am einfachsten durch einen trockenen Lappen laufen. Für gröbere Verschmutzungen nutzt man eine spezielle Kettenbürste, die durch die Form ihrer Nylonborsten das Säubern von Kette, Kassetten und Kettenblättern vereinfacht. Vom Schmutz befreit, wird die Kette anschließend geschmiert. Dabei helfen bestimmte auf die Ansprüche der Kette abgestimmte Mittel. Überschüssiges Schmiermittel sollte danach entfernt werden, da es als Schmutzfänger wirkt.


Reifen prüfen: Ein platter Reifen hat schon so manche Tour ruiniert. Um dem zuvorzukommen, ist eine regelmäßige Kontrolle der Reifen wichtig, natürlich auch beim Frühjahrs-Check. Prüfen Sie ringsum, ob der Reifen an den Flanken brüchig geworden ist und ob er durch Gegenstände wie Glasscherben, Nägel etc. Beschädigungen abbekommen hat. Bei dieser Gelegenheit können auch Felgen und Speichen auf Beschädigungen hin überprüft werden.


Richtig aufpumpen: Mit dem richtigen Reifendruck rollt es sich leichter – und mit mehr Pannenschutz. Deshalb nicht auf die gängige „Daumenmethode“ vertrauen, sondern den Reifendruck ordentlich prüfen. Dabei helfen entweder ein präziser Reifendruckmesser oder eine Luftpumpe mit Manometer. Der zulässige minimale und maximale Reifendruck sind an der Reifenflanke angegeben.


Bremsen kontrollieren: Verschlissene Bremsbeläge verlangen einen rechtzeitigen Austausch. Bei mechanischen Felgenbremsen zeigen Kerben in den Bremsklötzen, ob noch Reserven vorhanden sind. Falls nicht: die Bremsklötze wechseln! Ein weiterer Indikator für einen anstehenden Austausch sind unter anderem kratzende Geräusche beim Bremsen. Scheibenbremsen sind immer verbreiteter und funktionieren wetterunabhängig besser. Mit einem speziellen „Bremsenreiniger“, der im Fachhandel erhältlich ist, können die Bremsanlagen schonend von Bremsstaub, Ölresten und Fett befreit werden. Wer sich dabei unsicher fühlt, sollte lieber den Fachmann einen geübten Blick darauf werfen lassen. Generell ist bei allen hydraulischen Bremssystemen eine regelmäßige Wartung und somit der Gang zum Fachhändler ratsam.


Licht checken und einstellen: Die Lichtanlage ist bei Jahresfahrern im Dauereinsatz, da sie morgens und abends immer mit Licht unterwegs sind. Doch auch im Sommer lohnt es sich, für bessere Sichtbarkeit mit Tagfahrlicht unterwegs zu sein. Falls einem mal kein Licht aufgeht, sollte man die Leitungen und Kontakte prüfen. Das durchgebrannte „Birnchen“ ist heute Schnee von gestern. Moderne LED-Leuchten mit 100 Lux halten zuverlässig ein Fahrradleben lang.


Schraubverbindungen prüfen:


Zum Ende des Checks sollten nochmals die Schrauben an allen wichtigen Bauteilen wie Vorbau, Lenker, Kurbel und Kettenblättern auf ihren richtigen Sitz hin überprüft werden. Mit einem Multitool aus dem Fachhandel, können die lockeren Schraubverbindungen wieder festgezogen werden. Aber Vorsicht! Erfahrene Schrauber wissen: Nach fest kommt ab. Deshalb immer die Drehmomentangaben der Hersteller beachten.


Polieren: Abschließend lässt man das Bike wieder in neuem Glanz erstrahlen. Schutzpolitur und Spezialtücher helfen bei der Pflege der Oberflächen und sorgen für ein sauberes Bike.
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